Mobilfunk-Netzbetreiber versprechen keine Probleme bei EMTS-Pleite

11. Februar 2003, 14:13
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EMTS-Chef Rosner: "50 Prozent Marktanteil haben wir sicher"

Die österreichischen Mobilfunk-Netzbetreiber versprechen ihren Kunden, dass es bei einer Pleite des Handyservicierers EMTS zu keinen Beeinträchtigungen der Garantie- und Gewährleistungsabwicklungen kommen würde. Dies hat eine Umfrage von pressetext.austria bei den Unternehmen ergeben. tele.ring bereitet demnach bereits Alternativlösungen vor, hofft aber, dass EMTS nicht ausfallen wird. Auch T-Mobile Austria ist EMTS-Kunde, konnte noch keine Stellungnahme dazu abgeben. mobilkom austria und One verweisen wie auch Reseller Tele2 in Stellungnahmen darauf, dass sie beim After-Sales-Service auf andere Vertragspartner bauen würden und so keine Probleme für den Fall einer EMTS-Pleite befürchten.

Unklar

Inwieweit diese Vertragspartner allerdings Teile der Aufträge in Wahrheit von EMTS durchführen lassen, ist unklar. EMTS-Chef Christian Rosner im Telefonat mit pressetext.austria auf die Frage, welche Serviceunternehmen Aufträge tatsächlich von seinem Unternehmen durchführen lassen: "Dazu sage ich jetzt nichts." Sein Unternehmen habe "sicher 50 Prozent Marktanteil in Österreich", meinte Rosner, "und wie reibungslos das gehen kann, wenn so ein Unternehmen vom Markt verschwindet, ist die Frage." Der Manager betonte, dass der akute Finanzbedarf von fünf Mio. Euro nicht die EMTS Austria GmbH sondern deren Mutter EMTS Technologie AG beträfe.

Aber auch EMTS Austria sieht schlechten Zeiten entgegen. Etwa die Hälfte des Umsatzes wird mit Nokia-Mobiltelefonen gemacht, Nokia http.//www.nokia.com hat jedoch alle Serviceverträge mit EMTS per Ende Juli gekündigt. "Wie geht es also der EMTS Austria GmbH?" war eine Frage im Telefoninterview, die Rosner mit einer rhetorischen Gegenfrage beantwortete: "Wie geht es Ihnen, wenn morgen die Hälfte Ihrer Umsätze wegbricht?"

Bonus

Überhaupt dürfte Rosner mit seinem Job als CEO von EMTS nicht besonders glücklich sein. Vor seinem Wechsel von eTel zum 1. November 2002 habe man ihn glauben machen, dass es sich bei EMTS "um eine wunderbare Firma mit leichten Problemen" handle, so der Manager. Aus einem im aktuellen profil abgedruckten, von Rosner gezeichneten Schreiben geht hervor, dass er "aufgrund der außergewöhnlichen Umstände und des äußert umfangreichen Arbeitsumfanges" einen einmaligen Bonus von 70.000 Euro haben wollte.

Darauf angesprochen verteidigte sich Rosner mit dem Hinweis darauf, dass er einen Vertrag habe, nachdem zwei Drittel seines Einkommen auf Erfolgsbasis variabel seien und die 70.000 Euro ein Vorschlag eines Vorstandes gewesen seien, der gar nicht umgesetzt worden sei. "Es ist legitim, ordentliche Entlohnung zu verlangen", sagte der EMTS-Chef. Er habe "wunderbare Stock Options" (der Wert der EMTS-Aktien ist seit Herbst 2000 um über 99 Prozent gefallen, Anm.) und seine Bezahlung sei nicht durch den Insolvenzausgleichsfonds abgesichert. "Es wurde eine faire Lösung gefunden", die Vorstand und Aufsichtsrat gewollt hätten, so Rosner. Details wollte er diesbezüglich aber nicht verraten. (pte)

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