Schutz gegen Darmkrebs: Durchfall-Erreger

11. Februar 2003, 14:10
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US-Forscher glauben, dass das Diarrhoe-Bakterium das Tumorwachstum im Darm hemmt

Philadelphia - Das Bakterium, das die gefürchteten Durchfall-Erkrankungen hervorruft, könnte nach Ansicht von amerikanischen Wissenschaftlern gar nicht so bösartig sein. Nach jüngsten Erkenntnissen soll es nämlich vor dem gefährlichen Darmkrebs schützen. Zum Unterschied zur Ersten Welt, in der Darmkrebs zu den häufigsten tödlich verlaufenden Krebserkrankungen zählt, gibt es in den Entwicklungsländern diese Form der Krebserkrankungen nur sehr selten, berichtet BBC-Online .

E. Coli-Infektionen sind in der Ersten Welt eher selten, während in den Entwicklungsländern diese Art der Infektionskrankheiten relativ häufig vorkommt. In Untersuchungen, die Wissenschaftler der Universität von Philadelphia und der Mayo Clinik in Rochester durchgeführt haben, konnte festgestellt werden, dass E. Coli Toxine produziert, die das Krebswachstum im Darm verhindern. Im Laborversuch konnten die Forscher feststellen, dass das Toxin zwei chemische Stoffe, Guanylin und Uroguanylin, nachahmt.

Kontrolle der Zellteilung

Diese Stoffe kontrollieren die Zellteilung im Darm. Bei einer Krebserkrankung ist das Zellwachstum unkontrolliert. Wenn die Zellen dem Toxin ausgesetzt waren, hatten sie einen wesentlich längeren Zellzyklus. Das bedeutet, dass sie sich langsamer teilen als Zellen, die dem Toxin nicht ausgesetzt waren. Die Wissenschaftler wollen neue Medikamente entwickeln, die genau an diesem Punkt ansetzen, berichten sie im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) .

Auch Emad El-Omar, Gastroenterologie-Experte an der Universität von Aberdeen, ist der Meinung, dass das E. Coli-Bakterium eine Reihe von wichtigen physiologischen Funktionen kontrolliert. "Die Idee, dass ein bakterielles Produkt, in diesem Fall ein Toxin, das Krebswachstum im Darm blockiert, ist sehr interessant", so der Spezialist. Diese Art von Forschung habe ein großes Potenzial für die Entwicklung neuer Medikamente, erklärt der Experte. (pte)

Links

PNAS

BBC

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