Kriegs-Unterstützung der Amerikaner wächst

11. Februar 2003, 14:16
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Mehrheit für US-Militäraktion - Diplomatischen Bemühungen wenig Chance eingeräumt

Washington - Die Unterstützung der US-Bürger für einen möglichen Militärschlag gegen den Irak ist in den vergangenen Wochen gewachsen. Dies geht aus zwei Umfragen hervor, die von der Zeitung "Washington Post" und dem TV-Sender ABC sowie von CNN, der Zeitung "USA-Today" und Gallup durchgeführt und am Montag und Dienstag veröffentlicht wurden. Der Trend ist offenbar auf die Rede von US-Präsident George W. Bush "Zur Lage der Nation" vor dem Kongress und den Auftritt von US-Außenminister Colin Powell, der vor dem UNO-Sicherheitsrat über Beweise für das Waffenprogramm des Irak sprach, zurückzuführen.

Zwei von drei Amerikanern für Krieg

Zwei von drei Amerikanern unterstützen einen Angriff auf den Irak, neun Prozent mehr als vor knapp einem Monat, berichtet die "Washington Post". Auch ohne UNO-Mandat spricht sich noch jeder Zweite für einen Militärschlag aus. Falls sich wichtige Alliierte der USA wie etwa Großbritannien, Australien und Italien beteiligen würden steigt die Unterstützung auf 57 Prozent.

Das Lager der Kriegs-Unterstützer ist auch in sich gefestigter: Zwei Drittel sehen kaum eine Möglichkeit ihre Meinung zu ändern, während bei den Kriegsgegnern 53 Prozent einräumen, sie hätten Zweifel und könnten möglicherweise eine andere Haltung einnehmen.

Vertrauen in Diplomatie sinkt

Das Vertrauen in einen Erfolg der diplomatischen Bemühungen sinkt: Nur mehr 30 Prozent geben Verhandlungen mit dem Irak eine Chance, gegenüber noch 38 Prozent vor drei Wochen. Sieben von zehn Amerikanern glauben, der Irak besitze chemische und biologische Waffen, und sechs von zehn glauben das Land entwickle ein Atomwaffenprogramm. Eine Mehrheit von 55 Prozent sieht auch eine direkte Unterstützung für die Terror-Gruppe Al Kaida durch Bagdad.

Männer unterstützen einen Militärschlag wesentlich stärker als Frauen, meldet USA-Today: Bei Männern lag die Zustimmung zu einem möglichen Angriff auf den Irak bei 72 Prozent, bei Frauen bei 55 Prozent. Auch bei Anhängern der Republikanern fiel die Unterstützung stärker als bei Demokraten aus. (APA)

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    "Blast sie weg": Ein Autofahrer in Boston kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

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