"Urlaubseuro" zeigt Schwächen

11. Februar 2003, 19:13
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Österreicher profitieren im Ausland kaum von Euro-Höhenflug - Japan und Schweiz bleiben teuerste Urlaubsländer

Wien - Der Höhenflug des Euro dauert an - doch die Kaufkraft im Ausland hält damit nicht Schritt. Laut einer aktuellen Studie der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) erhalten Österreicher in den wichtigsten Urlaubsländern insgesamt für ihren Euro zwar rund ein Drittel mehr Waren und Dienstleistungen als Zuhause. Die höhere Kaufkraft des "Urlaubseuro" von 134 Prozent (Österreich=100) bedeutet aber nur eine sehr geringfügige Zunahme von einem Prozent gegenüber dem Vergleichswert 132 Euro vom Februar 2002.

"Die wichtigsten Urlaubsländer der Österreicher sind Euroländer oder orientieren ihre Währung am Euro", so die Begründung von BA-CA-Volkswirtschafter Stefan Bruckbauer. Da diese Länder wie Italien, Kroatien, Griechenland oder Spanien durchwegs eine höhere Inflation als Österreich aufweisen, hat die Kaufkraft in diesen Ländern in einer Größenordnung zwischen 1 und 3 Prozent sogar leicht nachgelassen.

Ausnahme Türkei

Aus der Reihe tanzt die Türkei, die sich als drittwichtigstes Urlaubsland der Österreicher nicht am Euro orientiert. Hier schlug sich der stärkere Euro mit einer im Jahresabstand um 10 Prozent gestiegenen Kaufkraft nieder. Der Euro ist dort bereits doppelt so viel Wert wie in Österreich. Für 100 "österreichische Euro" erhalten Türkei-Urlauber Waren und Dienstleistungen im Wert von 205 (2001: 187) Euro.

In Ungarn sind 100 Euro 179 (182) Euro wert, dahinter folgen Kroatien mit 149 (147), Griechenland mit 124 (126), Spanien mit 117 (120) und Italien mit 115 (116) Euro. Um fünf Prozent gestiegen ist die Euro-Kaufkraft auf der britischen Insel, wo man für 100 Euro mittlerweile für 89 (84) Euro einkaufen kann.

USA-Urlaub billiger

Auf Grund der verschobenen Währungsrelationen deutlich - nämlich um 18 Prozent - billiger geworden ist ein Urlaub in den USA, wo die Kaufkraft des "Urlaubseuro" gleich groß ist wie Zuhause. Ähnlich verhält es sich in Deutschland und Frankreich.

Weiter teure Urlaubsländer bleiben die Schweiz und Japan, wo 100 "Austro-Euro" gerade einmal eine Kaufkraft von 73 bzw. 72 Euro haben. Während sich das Preisniveau für Schweiz-Urlauber nicht verändert hat, ist Japan in den vergangen zwölf Monaten immerhin um 11 Prozent billiger geworden. Vor einem Jahr erhielt man in Japan für den Euro nur 64 Prozent des heimischen Wertes. (APA)

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BA-CA

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    Keine halben Sachen im Urlaub, nicht zuletzt bei der Verpflegung: Es kommt drauf an, was man bekommt.

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