Piaggio sucht neuen Partner

11. Februar 2003, 10:28
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Absatz-Krise setzt Motorroller-Hersteller schwer zu - Aufsichtsrat will mit 75 Millionen Euro Kapitalaufstockung gegensteuern

Rom - Der Aufsichtsrat des italienischen Motorrollerproduzenten Piaggio hat eine Kapitalaufstockung im Wert von 75 Mio. Euro beschlossen, um den Konzern aus einer schweren Krise zu helfen. Die Kapitalaufstockung war von den Gläubigerbanken mit Nachdruck gefordert worden, nachdem die Verschuldung der toskanischen Gruppe im Jahr 2002 auf 550 Millionen geklettert ist. Gegen die Krise sucht Piaggio einen finanzkräftigen Partner, der bis zu 20 Prozent des Aktienpakets übernehmen will.

2002 wird für Piaggio als schwieriges Jahr in Erinnerung bleiben. Zwar konnte der Motorrollerproduzent seinen Anteil am europäischen Motorrollermarkt um ein Prozent auf 27,5 Prozent aufstocken, der Umsatz sank jedoch von 987 Millionen Euro auf 950 Millionen Euro. Der italienische Motorrollermarkt rechnet 2003 mit einem Rückgang von zehn Prozent in diesem Jahr.

Piaggio steht unter mehrheitlicher Kontrolle des Investmentfonds Morgan Grenfell, der die 80-prozentige Kontrollmehrheit über den toskanischen Konzern hält. Weitere Partner sind der US-Fonds TPG, der eine 8,5-prozentige Beteiligung hält und die spanische Gruppe Mercapital-Rabasa, die ein Paket von fünf Prozent besitzt.

Die Kapitalaufstockung wurde von den Gewerkschaften als unzureichend bewertet, um den Konzern aus der schwierigen Lage zu retten. 2003 sollen laut den Arbeitnehmerverbänden 250 Arbeitsplätze gestrichen. Die Gewerkschaften forderten den Einsatz der Regierung, um den Stellenabbau zu verhindern. (APA)

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Piaggio
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    Warm anziehen heißt es für Piaggio, und damit auch für die allseits bekannte Sub-Division Vespa.

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