Erneut Terroralarm in Israel

12. Februar 2003, 09:51
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Bewegungsfreiheit in besetzten Gebieten eingeschränkt - Israelische Soldaten erschießen zwei Palästinenser

Jerusalem - Aus Furcht vor terroristischen Anschlägen hat Israel am Dienstag die Bewegungsfreiheit in den besetzten palästinensischen Gebieten eingeschränkt. Die vollständige Absperrung gilt bis zum Ende des islamischen Opferfestes Eid el Adha am Freitag. Dem Geheimdienst lägen 48 Hinweise auf geplante Selbstmordattentate palästinensischer Extremisten vor, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz". Am Vortag hatte die Armee nach eigenen Angaben im Westjordanland drei Palästinenser festgenommen, die Selbstmordattentate vorbereitet hätten. Zudem sei ein Gürtel mit 20 Kilogramm Sprengstoff gesprengt worden, wie er von Attentätern benutzt wird.

Israelische Besatzungssoldaten haben am Dienstag nach Armeeangaben im Westjordanland und im Gaza-Streifen zwei Palästinenser getötet. Nach israelischen Angaben wurde ein Extremist in Nablus erschossen, als er vor Soldaten fliehen wollte. Bei dem Getöteten handelt es sich laut Rundfunkmeldungen um einen führenden Funktionär der Tansim-Miliz, die der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat nahe steht. Im Gaza-Streifen erschossen israelische Soldaten einen Palästinenser, der laut Armeeangaben mit einem Maschinengewehr bewaffnet war. Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe des Grenzübergangs Kissufim. Nach Angaben der israelischen Armee wurden sechs Palästinenser festgenommen. In der Stadt Jenin wurde nach übereinstimmenden Angaben die Frau des örtlichen Hamas-Chefs Jamal Abu el Haija festgenommen. Ihr Mann war bereits Ende August inhaftiert worden.

In einem neuerlichen Versuch, einen Waffenstillstand zu vereinbaren, wollten der palästinensische Innenminister Hani el Hassan und Dov Weisglass, der Kabinettschef des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, am Dienstagabend zu Gesprächen zusammenkommen. Die palästinensische Zeitung "Al Quds" berichtete, ein Vorschlag sehe einen israelischen Truppenabzug aus mehreren Städten im Westjordanland und die Übergabe der Kontrolle an die palästinensische Polizei vor. Bei den betroffenen Städten handele es sich unter anderem um Tulkarem, Jenin und Kalkilia.

Arafat hatte am Samstag die Wiederaufnahme von Kontakten mit Israel auf ranghoher Ebene begrüßt. Die palästinensische Führung habe entschieden, die Gespräche mit den Israelis fortzusetzen, sagte Arafat in seinem Hauptquartier in Ramallah. Vertreter beider Seiten hatten zweistündige Geheimgespräche des israelischen Ministerpräsidenten mit dem palästinensischen Parlamentspräsidenten Ahmed Korei (Abu Ala) und Arafats Stellvertreter Mahmud Abbas (Abu Mazen) am vergangenen Mittwoch im Haus des US-Botschafters bestätigt. (APA/AP/Reuters)

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