Ein neues Stadion ist zu klein

10. Februar 2003, 20:40
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Das Fußballarena in Wals-Siezenheim ist fast fertig - zur Eröffnung gibt's ein Bundesligaspiel und ein Konzert mit DJ Ötzi

Salzburg - 18.200 Sitz- beziehungsweise Stehplätze für nationale Fußballspiele oder 16.500 Sitzplätze bei internationalen Matches, 2000 Parkplätze und Baukosten von rund 44,7 Millionen Euro. Das sind die offiziellen, nackten Daten des neuen Salzburger Fußballstadions in Wals-Siezenheim. Die so gut wie fertig gestellte Sportarena wird in einem Monat (8./9. März) ihrer Bestimmung übergeben. Zur Eröffnung treffen in der Partie Austria Salzburg gegen FC Kärnten Platz sechs und acht der Bundesligatabelle auf dem neuen Kunstrasen aufeinander. Danach soll DJ Ötzis "Anton aus Tirol" für Stimmung im Salzburger Stadion sorgen.

Bauschluss ist mit der Eröffnung freilich nicht. Das Stadion ist zwar neu, für die geplanten Europameisterschaftsspiele 2008 aber zu klein. Für die Fußball-EM soll das Stadion temporär auf 30.300 Sitzplätze aufgestockt werden.

Politische Auseinandersetzungen

Auch die politische Auseinandersetzung um den vor allem von VP-Landeshauptmann Franz Schausberger und SP-Sportlandesrat Othmar Raus vorangetriebenen Arenabau dürfte mit dem Eröffnungswochenende noch nicht vorbei sein. Bei Planungsbeginn wurde das Stadion - auch international - vor allem aufgrund seiner Nähe zum Barockjuwel Schloss Kleßheim kritisiert. Die Stadionbetreiber verwiesen jedoch immer darauf, dass die Sportarena mehr als 200 Meter von der Schlossmauer entfernt sei. Neben den Kunstinteressierten machten auch die Anrainer des dicht besiedelten Stadtteiles Taxham mobil. Sie befürchten eine zusätzliche Verkehrslawine.

In der nächsten Zeit dürfte aber vor allem die Finanzierung des Prestigeprojektes debattiert werden. Salzburgs Grüne und Freiheitliche haben wiederholt vor einem Finanzdebakel gewarnt. Die Bürgerliste ging im August 2001 schon von Gesamtkosten in der Höhe von rund 69,6 Millionen Euro aus. Aber selbst nach den Daten der Landesregierung koste das Stadion samt allen Nebenkosten mit 48,7 um etwa vier Millionen Euro mehr als offiziell angegeben. (neu/DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2003)

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