Kein "Ablasshandel" bei Wien-Mitte

11. Februar 2003, 21:09
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Wien verhandelt mit Bauträger und appelliert an "Lernfähigkeit"

Wien - "Auch Bauträger können lernfähig sein", erklärte Planungsstadtrat Rudolf Schicker am Dienstag zum Konflikt um die geplanten Wien-Mitte-Türme. Ob er damit aber einer Hoffnung Ausdruck verlieh oder schon ein mögliches Ergebnis andeutete, ließ er offen: "Derzeit wird mit der B.A.I. (Bauträger Austria Immobilien) über die Bauhöhe verhandelt", um das Projekt mit dem Unesco-Prädikat "Weltkulturerbe" kompatibel machen (DER STANDARD berichtete).

Der Planungsstadtrat zeigte sich aber auch zuversichtlich, dass der Wiener Innenstadt der Welterbe-Status nicht aberkannt wird: "Ich denke, dass ein solches Projekt so etwas nicht gefährden kann." Hingegen sei die Diskussion um Wien-Mitte "eines Weltkulturerbes nicht würdig". Es werde derzeit "so viel Staub aufgewirbelt, dass man die 97-Meter-Türme schon nicht mehr sieht".

Schicker zur Frage ob er sich einen wirtschaftlichen Ausgleich für die B.A.I. vorstellen könne, falls diese am Standort Wien-Mitte nun doch niedrigere Türme baut: "Ich halte nichts von einem Ablasshandel bei Baubewilligungen." (frei/DER STANDARD, Printausgabe, 12.2.2003)

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