Noch jahrelang Grenzkontrollen zu Nachbarn

10. Februar 2003, 20:00
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Strasser: Assistenzeinsatz des Bundesheeres wird fortgesetzt

Wien - Die Schengen-Grenze zu unseren zukünftigen EU-Nachbarn wird mindestens drei Jahre, möglicherweise sogar noch bis zum Ende des Jahrzehnts bestehen bleiben. Das kündigte Innenminister Ernst Strasser (VP) im Rahmen einer Pressekonferenz zu Autodiebstählen in Wien an. Auch der Assistenzeinsatz des Bundesheeres wird andauern.

Gegenüber slowakischen Journalisten verwies der Minister auf die Erfahrungen in Österreich und Finnland nach deren EU-Beitritt. In der Alpenrepublik habe es drei Jahre gedauert, bis ein gemeinsames Grenzregime mit Deutschland und Italien eingeführt worden sei. Finnland sei gar erst nach sechs Jahren Schengen-Staat geworden.

Im Fall der Slowakei und Ungarns ist aus Strassers Sicht die Absicherung der Grenzen zur Ukraine und zu Rumänien eine notwendige Bedingung, um die Kontrollen auf österreichischer Seite einzuschränken. Die Integration müsse in mehreren Schritten erfolgen - zunächst der Beitritt zum Euro, dann am Arbeitsmarkt und schließlich im Sicherheitsbereich.

Dies werde mindestens drei Jahre dauern, eher aber länger, schätzt der Minister. Wobei er eine gewisse Verunsicherung bei den slowakischen Interviewpartnern hervorrief: Bei dem in Englisch geführten Gespräch nannte Strasser "the end of the century" (das Ende des Jahrhunderts) als Zeitrahmen. Erst auf Nachfrage korrigierte er sich auf "end of the decade" (Ende des Jahrzehts). (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2003)

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