Schwarze Null für das Konferenzzentrum

10. Februar 2003, 19:08
posten

Neuer Vorstand will Auslastung erhöhen

Wien - Thomas Rupperti, der neue Vorstand des Austria Center Vienna (ACV), hat große Ziele für den landläufig als Konferenzzentrum bezeichneten Kongressriesen in der Wiener Donaucity. "Ziel ist eine dauerhafte schwarze Null", sagt der frühere Aufsichtsratschef über den notorischen Verlustbringer, der auch die Uno-City verwaltet, im STANDARD-Gespräch.

Das ACV habe mit Wien einen der besten Standorte weltweit, jetzt müsse es einigermaßen lukrativ geführt werden. "Die großen Fördertöpfe des Bundes sind nicht mehr da", skizziert Rupperti die Vorgaben des Eigentümers Finanzministerium. Heißt auf gut Deutsch: Umsätze steigern, Auslastung erhöhen und Kosten runter. Das sollte durch neue Veranstaltungen gelingen. Rupperti will daher neue Branchen, etwa Automobil, Mode, gewinnen, mit Shows und Kongressen in das ACV zu wechseln. Denn: Eine Exponet und ein Radiologenkongress jährlich reichten nicht. Auch Konzerne aus den EU-Erweiterungsländern und dem Fernen Osten sollten animiert werden, wenngleich der Wettbewerb mit Prag und Budapest bereits jetzt enorm groß sei. All das soll mittels Marktforschung abgeklopft werden.

Beschäftigte tabu

Ein Tabu sind für Rupperti, der lange Jahre für den deutschen Reiseriesen Tui die Kärntner Bauerndörfer vermarktet und zuletzt die Hartl Golfresorts in Bayern geführt hat, die 78 Beschäftigten des ACV: Diese seien optimal motiviert und dürften nicht Opfer eines Sparkurses sein. A la longue seien Personalkosten von 60 Prozent des Umsatzes nicht tragbar. Den Sparstift will er bei den Fremdpersonalkosten ansetzen.

Ob sich damit ein Verlust von rund einer Million Euro auffüllen lässt, ist fraglich. Denn viele "kleine" Veranstaltungen bringen Umsatz, treiben aber die Kosten. Der Umsatz stieg 2002 auf rund 9,3 Mio. € von neun Mio. € im Jahr davor, der Nettoverlust von 723.000 € auf rund eine Mio. €. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Printausgabe 11.2.2003)

Share if you care.