Feratel als Türöffner in St. Moritz

10. Februar 2003, 19:00
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Für wen sich bei der Ski-WM in der Schweiz welche Türe öffnet, liegt in den Händen der Tiroler Feratel

St. Moritz - "Je mehr Zahlen man auf seiner Akkreditierung hat, umso wichtiger ist man." Auf diesen einfachen Nenner bringt es Stefan Brugger von der auf Tourismus-Informationssysteme spezialisierten Feratel und Chef der Akkreditierung bei der WM in St. Moritz.

Zum zweiten Mal nach St. Anton betreuen die Tiroler die gesamte Anmeldung bei einer alpinen Ski-WM von der Software bis zu Logistik und Personal. Zuständig dafür ist der 2001 gegründete Geschäftsbereich "Event Software".

Verschiedenste "Areas"

Die Karten mit den Zahlen sind deshalb so begehrt, weil sie Zutritt zu den verschiedensten "Areas" wie etwa Startbereich, Pressezentrum oder Teamchef-Besprechungsräume ermöglichen. "Außerdem ist Kontrolle wichtig, weil jeder Akkreditierte die Veranstalter rund 100 Franken pro Tag kostet", sagt Brugger.

Wie begehrt die Akkreditierungen sind, zeigt die Tatsache, dass Feratel bis zum vergangenen Wochenende bereits über 50.000 Ausweise ausgestellt hat. "Ein Arbeitsaufwand, der ohne Vorproduktion nicht bewältigbar gewesen wäre", sagt Feratel-Technikvorstand Ferdinand Hager. Daher habe man die Möglichkeit der Anmeldung über Internet geschaffen. Die Software ist an das Feratel-Reservierungssystem "Deskline" angeknüpft, sodass die Daten auch für die Hotelbuchung verwendet werden können.

SMS-Info

Zusätzliches Software-Feature: Im Falle einer Absage oder Verschiebung eines Rennens können die Akkreditierten über SMS rasch darüber informiert werden. "Pro Minute schaffen wir dabei rund 1200 SMS", sagt Brugger.

Die Tiroler präsentierten in St. Moritz auch eine Neuheit: Erstmals ist auf der Anmeldung ein eigener Skipass der Salzburger Firma Skidata integriert. Das Problem bei der Realisierung war, dass die Bergbahnen in St. Moritz mit dem Konkurrenzsystem "Access" arbeiten und diese beiden Systeme erst kompatibel gemacht werden mussten.

"Event Software"

Der Bereich "Event Software" wird im Geschäftsjahr 2002/2003 (per Ende April) rund eine halbe Million Euro Umsatz erwirtschaften und soll zügig ausgebaut werden, so Hager: "Mit Projekten wie St. Moritz verdienen wir gut." Auch die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz im Jahr 2008 wäre ein "interessanter Kunde" für die Feratel.

Das mehrheitlich im Besitz der Familie des ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel befindliche Unternehmen ist seit Juli 2000 an der Wiener Börse notiert. Es beschäftigt rund 140 Mitarbeiter an Standorten in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien und den Niederlanden. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2001/2002 betrug 18,2 Mio. €. Heuer erwartet Hager nur eine geringe Steigerung, "vor allem wegen des schwierigen deutschen Marktes". (Robert Zwickelsdorfer, DER STANDARD, Printausgabe 11.2.2003)

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Ski-WM 2003
derStandard.at/Sport

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