Dichand nennt Dragon "offene Provokation"

10. Februar 2003, 18:51
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Und an die WAZ: Dragons Bestellung "offene Provokation"

Drei Seiten an Mitarbeiter und Medien widmet der Sohn von "Krone"-Hälfteeigentümer Hans Dichand Klarstellungen, wer bei der "Krone" nach dem Rückzug seines Vaters aus der Chefredaktion in welchen Belangen wie das Sagen hat.

Friedrich Dragon jedenfalls nicht, meint er. Den hat Vater Hans im Vorjahr wenig freundlich aus der Chefredaktion der "Krone" verabschiedet. Im Streit um Dichands Nachfolge machte Hälfteeigentümerin WAZ Dragon zu einer Art Statthalter in Wien: als Einzelprokurist jener Beteiligungsgesellschaften, über die der Essener Zeitungsriese 50 Prozent an der "Krone" hält.

Dass Dragon Eingriffe in "Krone"-Inhalte nicht ausschließt, ließ Dichand junior in die Tasten greifen. "Unrichtig" sei "die Behauptung, es sei höchste Zeit, die "Krone" neu zu positionieren". "Wahr ist vielmehr, dass Dr. Dragon als Einzelprokurist der deutschen Beteiligungsgesellschaften weder für Marketing und Layout, noch für redaktionelle Belange eine wie immer geartete Kompetenz zukommt."

Aussagen richtig stellen

Dichand junior appelliert an die WAZ: "In Entsprechung ihrer Treuepflichten als Gesellschafter" möge sie auf Dragon "einwirken", seine Aussagen "richtig zu stellen".

Die WAZ werde das "nicht hinnehmen", sagt deren Wiener Anwalt Daniel Charim dem STANDARD. Als Angestelltem stehe es Dichand jr. "nicht zu", Gesellschaftern öffentliche Aufforderungen zukommen zu lassen. Das werde man "mit Nachdruck klarstellen".

Dragon selbst erklärt auf Anfrage: Was Dichand jr. über seinen "Hinauswurf" nach 42 Jahren schreibe, sei "nicht nur unwahr", sondern kränke ihn persönlich. Er, Dragon, habe Christoph Dichand kurz nachdem sein Vater ihn "öffentlich aufgefordert hatte, aus der Zeitung zu verschwinden" ausführlich über den "unberechtigten Wutausbruch" seines Vaters erzählt. Christoph Dichand, den er kenne "seitdem er Säugling war", "zeigte sich davon sehr betroffen und wir trennten uns freundschaftlich."

Dragon will sich "dennoch nicht mit Vergangenem befassen": "Meine zukünftige Aufgabe in der "Krone" wird es vielmehr sein, mich etwa mit Fragen im Zusammenhang mit der Geschäftsführung durch Herrn Hans Dichand sen. zu befassen." (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe vom 11.02.2003)

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