Fiat: Finanzier bietet neun Milliarden Euro für Rettung

10. Februar 2003, 17:07
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Roberto Colaninno beansprucht Posten des Geschäftsführers

Rom - Der lombardische Finanzier Roberto Colaninno bietet neun Milliarden Euro zur Rettung des finanziell angeschlagenen Autokonzerns Fiat an. Dies berichtete am Montag die britische Tageszeitung "Financial Times" (FT), der zufolge Colaninno dafür den Posten des Fiat-Geschäftsführers beanspruche. Mit Colaninnos Summe könne sich Fiat die Trennung der Autosparte vom Rest der Gruppe ersparen, berichtete die Tageszeitung. Colaninno rechne mit fünf Jahren, bis die Autosparte wieder Gewinne schreibe.

An Colaninnos Sanierungsplan wollen sich laut Financial Times auch Lehman Brothers und UBS Warburg beteiligen, die 1,5 Mrd Euro auf den Tisch legen wollen. Der norditalienische Finanzier wolle den amerikanischen Fiat-Partner General Motors überreden, weitere zwei Milliarden Euro zur Fiat-Rettung auf den Tisch zu legen. Dafür könnte sich der Koloss von Detroit von der Put Option befreien, die ihn 2004 zwingen könnte, die Fiat-Autosparte zu übernehmen. Im Jahr 2000 hatte der US-Autobauer 20 Prozent an Fiat Auto gekauft. Fiat hat die Option, auch die restlichen 80 Prozent der Auto-Sparte ab 2004 an GM zu verkaufen.

Agnellis ablehnend

"Sollte Fiat meinen Plan ablehnen, wird es für den Konzern keine Chancen geben", wurde Colaninno von der Tageszeitung zitiert. Die Gründerfamilie des Konzerns Agnelli, die die Aktienmehrheit kontrolliert, scheint jedoch Colaninnos Plan abzulehnen. Sie will dem Finanzier nicht das Zepter des Unternehmens überlassen.

Die Gläubigerbanken von Fiat sollten diese Woche zu einem Treffen in Mailand zusammenkommen, um über eine mögliche Trennung des hochverschuldeten Fiat-Konzerns von seiner defizitären Auto-Sparte zu beraten. Früheren Informationen aus Kreisen zufolge könnte eine Abspaltung von Fiat Auto bis zu fünf Milliarden Euro in die leeren Kassen spülen. (APA)

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