Palästinenser und Israeli erhalten Remarque- Friedenspreis

13. Februar 2003, 21:45
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Mahmud Darwisch und Dan Bar-On erhalten Auszeichnung, die in diesem Jahr mit Blick auf den Nohost-Konflikt zweimal dotiert wird

Osnabrück - Der palästinensische Autor Mahmud Darwisch und der israelische Psychologie-Professor Dan Bar-On erhalten in diesem Jahr den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück. Die mit jeweils 10.000 Euro dotierte und seit 1991 im zweijährigen Turnus verliehene Auszeichnung soll an den Schriftsteller aus Osnabrück erinnern.

In diesem Jahr habe sich die Jury mit Blick auf den Konflikt im Nahen Osten entscheiden, zwei Auszeichnungen mit gleicher Dotierung zu verleihen.

Darwisch: Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis?

Der 1941 geborene Mahmud Darwisch gilt als der bedeutendste Schriftsteller Palästinas und wird als ein Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis gehandelt. Der Lyriker hat sein Werk eng mit seiner eigenen und mit der Leidensgeschichte des palästinensischen Volkes verknüpft. Mit seinem Gedichtband "Olivenblätter" (1964) und der Sammlung "Ein Liebender aus Palästina" (1966) wurde Darwisch zu einer moralischen Instanz der Palästinenser.

Bar-On: Studie über Kinder von Nazi-Tätern

Dan Bar-On, 1938 in Haifa geboren, hat in einer Feldstudie die Auswirkungen des Holocaust auf die Kinder von Nazi-Tätern untersucht. Seit 1992 bringt er in einem Projekt Nachfahren von Opfern und Tätern des Holocausts zusammen. 1998 wurde das Projekt auch auf Betroffene anderer Konfliktherde ausgedehnt.

Die Preisträger werden die Auszeichnungen am 27. Juni in Osnabrück entgegennehmen. Remarque (1898-1970) wurde mit seinem Anti-Kriegsroman "Im Westen nichts Neues" weltberühmt. Zu den bisherigen Remarque-Friedenspreisträgern gehören Lew Kopelew, Hans Magnus Enzensberger und Swetlana Alexijewitsch. (APA/dpa)

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