A1-Ring: Übernahme durch Red Bull genehmigt

10. Februar 2003, 14:57
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Land greift kräftig in die Tasche - Grüne kündigten "Nein" an

Graz - Die Steiermärkische Landesregierung hat am Montag die Übertragung der Rechte am A1-Ring an die Red Bull GmbH. einstimmig genehmigt. Red Bull pachtet demnach den Ring und steigt in die bisherigen Verträge des ÖAMTC ein. Sportlandesrat Gerhard Hirschmann (V) betonte den mit den Ausbauvorhaben verbundenen Nutzen für die Region, FPÖ und SPÖ bezeichneten den Vertrag zwar als einseitig, stimmten aber dennoch - FP-LHStv. Leopold Schöggl mit Vorbehalt - zu. Die Grünen kündigten für den Landtag am Dienstag ein "Nein" an.

Um den Deal über die Bühne zu bringen, muss das Land als Ring-Eigentümer 16,5 Mio. Euro aufbringen, vornehmlich unter dem Titel Investitionsablösen und Vorgriff auf entgangene Verdienste für den ÖAMTC sowie zum kleineren Teil für Ausbaumaßnahmen an Red Bull. Dazu kommen noch jährlich 92.000 Euro als Basisfinanzierung für die Landestochter Ö-Ring GmbH sowie wahrscheinlich weitere 1,5 Mio. Euro, die das Land an den neuen Betreiber in den nächsten Jahren für den Fall zahlen muss, dass kein Formel 1-GP stattfindet.

Motorsport-Akademie

Die Pläne von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz sehen eine Motorsport-Akademie, eine "Akademie für Avionik und Elektronik" sowie die Angliederung einer Fachhochschule bzw. Privatuniversität und zusätzlich ein Hotel vor. Hirschmann sagte nach der Regierungssitzung am Montag, das Investitionsprojekt sei in einem Etappenplan konzipiert. Bereits in den nächsten Monaten sei mit dem Baubeginn für den Schulkomplex zu rechnen, auch mit dem Hotel soll noch heuer begonnen werden. Diesbezügliche Fortschritte hingen mit der Absiedelung des ÖAMTC-Fahrtechnikzentrums zusammen, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein muss.

Infrastrukturlandesrat Schöggl bekrittelte "einige Unwägbarkeiten": Die Leistungen seitens Mateschitz müssten im Vertrag genauer definiert werden. Darunter fielen die Festlegung der Mindestinvestitionen und des maximalen Umsetzungszeitrahmens sowie die Betriebspflicht. Für die SPÖ meinte Landeschef Franz Voves, die festgelegten Verpflichtungen würden sehr einseitig das Land treffen, doch sei das ganze Vorhaben "eine Riesenchance für die Region" und man stimme zu, zumal auch Finanzlandesrat Herbert Paierl (V) das Risiko für kalkulierbar halte.

Für die Grünen meinte Klubobfrau Ingrid Lechner-Sonnek, es handle sich um einen "katastrophalen Vertrag", bei dem der ÖAMTC als übertriebener Nutznießer hervorgehe.(APA)

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