Entkoppelung der Ferien kommt nicht

10. Februar 2003, 17:02
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Gleichzeitigkeit der Semesterferien von Wien und NÖ bleibt - Vielen Familien würde gemeinsamer Urlaub unmöglich gemacht

Wien - Gegen eine Entkoppelung von Wien und Niederösterreich bei den Semesterferien spricht man sich im Büro von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) aus. Es gebe viele Familien, deren Kinder in Wien und Niederösterreich Schulen besuchten. Wenn die beiden Bundesländer in unterschiedlichen Wochen Ferien hätten, würde damit vielen Familien ein gemeinsamer Urlaub unmöglich gemacht, hieß es im Büro Gehrers.

Auch die bessere Koordination mit Deutschland sei schwierig, da dort die Ferienregelung Ländersache sei. Außerdem seien die einzelnen deutschen Bundesländer zum Großteil so bevölkerungsreich, dass es auf jeden Fall zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen bei Ferienstart- und ende komme.

Regelung in Schulzeitgesetz

Derzeit ist die Staffelung der Semesterferien in Österreich im Schulzeitgesetz festgehalten: Demnach gehen die Schüler in Wien und Niederösterreich in der ersten, jene in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und im Burgenland in der zweiten und ihre Kollegen aus Oberösterreich und der Steiermark in der dritten Februarwoche in die verdienten Ferien. Änderungen sind nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit im Nationalrat möglich.

Bis 1995 konnten die Länder den Schulurlaub selbst einteilen, brachten meist aber keine bundesweit sinnvolle Lösung zu Stande. Verkehrschaos, überfüllte Pisten und Warteschlangen an den Skiliften waren vorprogrammiert, für Schulbehörden und zuständige Politiker gab es dafür jahrelang mediale Schelte. Seit 1995 gilt die Regelung mit der zentral vorgegebenen gestaffelten Durchführung der Ferien. Dadurch sollen in allen drei Wochen in etwa gleich viele Schüler (etwa 400.000) samt Eltern unterwegs sein.

Ausnahmeregelung

Ausnahmen sind seit einer Novelle des Schulzeitgesetzes 1998 nur in sehr eingeschränktem Umfang erlaubt: Das Ministerium kann in Folge gleich lautender Anträge eines Bundeslands und des betreffenden Landesschulrats aus fremdenverkehrspolitischen Gründen den Beginn der Semesterferien mittels Verordnung um eine Woche verlegen. Allerdings dürfen diesem Anliegen verkehrspolitische Gründe oder überregionale Interessen nicht entgegen stehen. (APA)

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    Viele Familien haben Kinder sowohl in Niederösterreichischen als auch Wiener Schulen.

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