Italien: Steuerhinterziehung auf Rekordhoch

10. Februar 2003, 11:55
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Dem italienischen Fiskus entgehen mehr als 30 Prozent des besteuerbaren Volumens

Rom - In Italien wächst die Sorge wegen der hohen Steuerhinterziehung. Nach Angaben des italienischen Wirtschaftsministeriums entgehen dem Fiskus mehr als 30 Prozent des besteuerbaren Umsatzes der Unternehmen im Land. Vor allem GmbH wenden die trickreichsten Methoden an, um sich die Steuern zu ersparen. Viele Gesellschaften verlegen ihren Sitz ins Ausland. Andere Unternehmen gründen mehrere kleinere GmbH unter den Namen von Geschäftspartnern, um von Steuerbegünstigungen für kleinere Unternehmen zu profitieren, hieß es in der Studien.

Schätzungen von Wirtschaftsexperten zufolge werden in Italien jährlich Steuern in Höhe von 200 Mrd. Euro hinterzogen. Das sind zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Spitzenreiter unter den Steuerhinterziehern sind Unternehmer, Freiberufler und Lehrer. Die bereits als "Plage" bezeichnete Gewohnheit ist insbesondere in den reichen Regionen Norditaliens verbreitet, wo die Zahl der Unternehmer, Freiberufler und Handwerksbetriebe höher als im Landesdurchschnitt ist. In Süditalien überwiegt das Delikt bei Beamten und abhängigen Arbeitnehmern, schon deshalb sinkt hier der Prozentsatz der Steuerhinterziehung.

Die Schattenwirtschaft boomt in Italien. Der Stiefelstaat führt gemeinsam mit Griechenland die Rangliste der Industrieländer mit der höchsten Pfuscherrate an. In Österreich betrage der schwarz erwirtschaftete BIP-Anteil vergleichsweise nur 10,1 Prozent. In Italien sei die Schattenwirtschaft von 1995 bis 2000 vier Mal stärker als das "offizielle" BIP gewachsen, hieß es in einer OECD-Studie. Das Phänomen Schwarzarbeit sei so verbreitet, dass es bereits als Eckpfeiler der italienischen Wirtschaft zu bezeichnen sei, hieß es im Bericht.(APA)

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