Vitamin A gegen Lungenkrebs

10. Februar 2003, 11:48
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Texanische Forscher auf der Spur eines "chemopräventiven" Heilmittels

London - Mit Hilfe eines Vitamin A Derivats sollen ehemalige Raucher vor Lungenkrebs bewahrt werden. Das neue Medikament könnte die Produktion eines Proteins, das nach Angaben der Wissenschaftler vor der Krankheit schützen soll, anregen. Der Bericht der Forscher ist im britischen Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht worden.

Die Forscher der Universität von Texas erklären zwar, dass ihre Entdeckung noch nicht schlüssig sei, dennoch gebe es deutliche Hinweise auf die Entwicklung eines künftigen "chemopräventiven" Medikaments gegen den Lungenkrebs.

Unter Chemoprävention versteht man den Einsatz von Naturstoffen, Inhaltsstoffen in der Nahrung oder synthetisch hergestellten chemischen Verbindungen mit dem Ziel, den Prozess der Krebsentstehung zu verhindern, zu verlangsamen, zu hemmen oder rückgängig zu machen "Aufhören mit dem Rauchen reduziert zwar die Chance an einem Lungenkrebs zu erkranken, aber der genetische Schaden hat schwerwiegende Folgen", so Waun Ki Hong von der Universität von Texas. Mehr als die Hälfte aller neu diagnostizierten Lungenkrebsfälle werden heute bei ehemaligen Rauchern entdeckt. Daher arbeiten die Forscher daran, die genetischen Fehler, die zur Entwicklung des Krebses führen können, auszuschalten.

Produktion der Retinsäure angeregt

Die texanischen Forscher haben mit Retinoiden gearbeitet, das sind natürliche und synthetische Bestandteile von Vitamin A (Retinol). Retinsäure ist für die Erhaltung der Epithelzellen verantwortlich, diese sorgen dafür, dass die Lunge normal arbeitet. Starker Zigarettenkonsum reduziert die Schlüsselrezeptoren innerhalb der Retinsäure-Rezeptoren (RAR-beta). Der Verlust dieser Rezeptoren wird mit der Entwicklung präkanzeröser Läsionen in der Lunge in Verbindung gebracht. Die Wissenschaftler haben in ihren Untersuchungen genau an dem Punkt angesetzt: Mit Hilfe der Gen-Therapie konnte die Produktion der Retinsäure angeregt werden.

In ersten Versuchen hatten die Forscher mit der Therapie Erfolg. Allerdings warnen sie vor den Nebenwirkungen. "Die Therapie ist nicht bei jedem Lungenkrebspatienten anwendbar, da die Therapie zu Kopfschmerzen, Hautausschlägen und Müdigkeit führt", so Jonathan Kurie, einer der Forscher. (pte)

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