Gewerkschaft gegen Vierervorstand

10. Februar 2003, 13:51
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"Sparkurs spricht gegen Bestellung eines zusätzlichen vierten Vorstandes"

Wien - Der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, sprach sich am Montag gegen die Bestellung eines zusätzlichen vierten ÖBB-Vorstandes aus. Dies sei in Zeiten, da das Unternehmen - trotz eines Spitzenergebnisses 2002 - anscheinend zu einem rigorosen Sparkus gezwungen sei, nicht verantwortbar, so Haberzettl in einer Aussendung. "Es kann nicht sein, dass die MitarbeiterInnen und Dienstleistungen des Unternehmens laufend reduziert werden, gleichzeitig aber das Management organisatorisch und kostenmäßig aufgebläht wird", kritisierte Haberzettl.

Die Entscheidung über den ÖBB-Finanzvorstand, der eine öffentliche Ausschreibung vorangegangen war, soll inoffiziellen Informationen zufolge am 27. Februar bei einer Aufsichtsratssitzung fallen. Auf einer "Short-list" sollen sich für die Endauswahl noch sieben Kandidaten befinden. Darunter Ex-Lenzing-Chef Martin Lenz, Erich Söllinger von ABB Central- and Eastern Europe, Werner Lutz, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Stadtwerke und Gerhard Leitner von der ÖBB-Finanzabteilung. Nicht mehr im Rennen dürfte der ehemalige Wirtschaftsminister und ÖIAG-Vorstand Johannes Ditz sein.

Vorstand verkleinert

Der ÖBB-Vorstand wurde mit Anfang August 2001 von fünf auf drei Mitglieder verkleinert. Generaldirektor Rüdiger vorm Walde und Marketingchef Ferdinand Schmidt sind seither dabei, Infrastrukturchef Helmut Hainitz ist mit 31. Jänner 2003 in Pension gegangen und wurde durch den bisherigen Chef der Technischen Services, Alfred Zimmermann, ersetzt.

Haberzettl kritisierte heute im Zusammenhang mit den in der Vorwoche bekannt gewordenen Plänen, dass die ÖBB bis 2006 ihren Personalstand um weitere 7.000 auf rund 42.000 Mitarbeiter absenken wollen, die Anhäufung von Überstunden bei der Bahn. 2002 habe es, im zwölften Jahr in ununterbrochener Folge, einen Rückstau von mehr als sechs Millionen Überstunden gegeben, verbunden mit einem "Urlaubsstau". Das sei angesichts des lauthals verkündeten rigorosen Sparprogramms ein unhaltbarer Zustand, der von der Gewerkschaft nicht hingenommen werde.(APA)

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