Daum blickt optimistisch in das Frühjahr

12. Februar 2003, 16:22
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Djalminha soll die Rolle als Denker und Lenker erfüllen

Marbella - Die Wiener Austria sagte am Sonntag der Sonne ade. Nach dreieinhalb Wochen Trainingslager in Belek und zuletzt in Marbella kehrten die Austrianer in die kalte Heimat zurück. "Die Spieler haben sehr gut mitgezogen, ich gehe davon aus, dass das Früchte tragen wird", äußerte sich Trainer Christoph Daum über die Vorbereitung sehr zufrieden. Frank Stronach wird's freuen. Der mit seinem Privat-Jet eingeflogene Austria-Boss machte sich drei Tage lang selbst ein Bild von seiner Mannschaft und ist so wie sein Team guter Dinge, dass der Meisterteller nach Favoriten wandert.

Mit dem komfortablen Polster von 13 Punkten Vorsprung auf SV Pasching startet die Austria am 23. Februar gegen den FC Kärnten ins Frühjahr. Auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit zehn Jahren sollte nichts mehr passieren, auch wenn Daum von voreiliger Meisterfeier nichts hören will. "So lange es nicht unumstößlich ist, sind wir nicht Meister. Ich kann aus Erfahrung berichten, mit Leverkusen sind wir auch schon in den Medien Meister gewesen", erinnert sich der Deutsche. "Ich möchte, dass von Anfang an die Post abgeht."

Meistertitel als Zwischenziel

Doch der Titel ist ohnehin nur ein Zwischenziel auf dem Weg nach oben in Europa. "Im nationalen Bereich hat die Austria das Optimum gemacht, international ist noch viel zu verbessern. Aber das geht Schritt für Schritt, sonst kommt man ins Stolpern", sagt der Star-Trainer und erklärt die Schritte, die im Winter gesetzt wurden. "Alle Tests waren so, dass die konditionelle Basis doch hinter den Werten war, die wir aus den führenden europäischen Fußball-Ländern kennen. Wir haben daher an der Grundlagenausdauer gearbeitet, und im technisch-taktischen Bereich, um ein flexibleres Spielverhalten an den Tag zu legen. Die Basis haben wir gelegt."

Daum sieht aber auch grundlegende und schwer zu behebende Mängel bei einem Teil seiner Mannschaft: "Einige Spieler haben Probleme in der Ballkontrolle und im Passverhalten, das kann man nicht in kurzer Zeit abstellen. Aber jetzt brauche ich zehn Mal mehr Zeit, als ich mit Jugendlichen gebraucht hätte. Das Problem gibt es auch in Deutschland, nur ist dort das Reservoir an Spielern größer, die Masse bringt noch den einen oder anderen Spieler hervor."

Djalminha gefordert

Djalminha ist da sicher nicht gemeint. Daum erwartet sich aber auch vom technisch perfekten Brasilianer mehr. Djalminha soll im Frühjahr nicht nur seine individuelle Klasse zeigen, sondern mehr Verantwortung für das Team übernehmen. In vielen Gesprächen hat ihm der Trainer erklärt, was er erwartet. "Er versteht, dass er die Mannschaft führen muss. Er muss aber an seinen sprachlichen Fähigkeiten arbeiten. Es kommt noch zu Missverständnissen, weil er ein sehr gestikulierender Spieler ist, aber daran arbeiten wir", erklärte Daum. Sein Star hat es offenbar verstanden. Im Spiel gegen Malaga hat Djalminha die Rolle als Denker und Lenker jedenfalls gut ausgefüllt.

Volkan Kahraman, Patrick Pircher und Joachim Parapatits müssen ihre Rolle in der Mannschaft erst noch finden. Die drei heimischen Talente sind die Neuzugänge im Winter, der Kader wurde dadurch von 23 auf 25 Profis aufgestockt. Daum wird dennoch weiter auf einen eingespielten Stamm setzen und weniger auf intensive Rotation. "Ein Rotationsprinzip zum durchgängigen Prinzip zu erklären macht nur dann Sinn, wenn es extreme Belastungen gibt. Die sehe ich im Frühjahr nicht", erklärte er.(APA)

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