Friedensplan sorgt für "Krach" zwischen Schröder und Fischer

10. Februar 2003, 12:09
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"Erregtes Telefonat" wegen vorzeitiger Lancierung der deutsch-französischen Initiative

Hamburg - Zwischen dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Außenminister Joschka Fischer soll es nach einer Meldung des Massenblatts "Bild"-Zeitung (Montag-Ausgabe) zum "Krach" über die Informationspolitik in Sachen Irak-Initiative gekommen sein. Unter Berufung auf Regierungskreise berichtete das Blatt, Fischer habe dem Kanzler am Wochenende am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz in einem "erregten Telefonat" vorgeworfen, ohne sein Wissen den deutsch-französischen Plan zur friedlichen Entwaffnung des Irak durch UNO-Blauhelmsoldaten in die Öffentlichkeit lanciert zu haben.

Fischer habe sich "brüskiert" gefühlt, weil die Initiative damit just zu einem Zeitpunkt bekannt geworden sei, als er in München US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die deutsche Haltung in der Irak-Frage erläuterte.

Verteidigungsminister Peter Struck hat unterdessen klar gestellt, dass es bei dem deutsch-französischen Vorstoß nicht um einen Einsatz von UNO-Blauhelmen gehe, sondern ausschließlich um die massive Erhöhung der Zahl der Waffeninspektoren, wie dies der französische Außenminister Dominique de Villepin im UNO-Sicherheitsrat vorgeschlagen habe. Struck äußerte sich am Rande seines Besuchs in Kabul, wo Deutschland zusammen mit den Niederlanden von der Türkei das Kommando der Afghanistan-Schutztruppe ISAF übernommen hat.(APA/AP)

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