EADS: Auftragseingang brach 2002 ein

10. Februar 2003, 11:30
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Gewinnziele wurden jedoch übertroffen - Allein bei Airbus sanken Bestellungen um 61 Prozent

Paris - Der europäische Luft- und Raumfahrkonzern EADS hat sein für 2002 angestrebtes Ziel beim operativen Gewinn (Ebit) in Höhe von 1,4 Mrd. Euro übertroffen, beim Umsatz und den Aufträgen allerdings einen Rückgang verbucht. Der Umsatz sei 2002 um drei Prozent auf 29,9 Mrd. Euro gefallen, teilte EADS am Montagmorgen mit. Die Zahl lag damit im Rahmen von Analystenerwartungen.

Die Aufträge seien im vergangenen Jahr um 49 Prozent im Vergleich zu 2001 auf 31 Mrd. Euro gefallen. Grund für den Rückgang sei eine rückläufige Nachfrage nach Airbus-Flugzeugen. Beim Barmittelbestand habe EADS Ende 2002 über eine Mrd. Euro verfügt.

Weiterhin Umstrukturierungen

Ob EADS im abgelaufenen Jahr auch nach Steuern Gewinn gemacht hat, ließ das Unternehmen offen. Im Vorjahr hatte der Technologiekonzern mit Sitz in den Niederlanden und Börsennotierungen in Paris, Frankfurt und Madrid einen Reingewinn von 1,372 Mrd. Euro verbucht.

Im schwierigen Jahr 2002 habe die EADS alle ihre Finanzziele erreicht oder übertroffen, erklärten die beiden Vorstandschefs Philippe Camus und Rainer Hertrich in einer Mitteilung. Mit Umstrukturierungen und Kostensenkungen verfolge EADS das Ziel, weiter solide Gewinne zu erwirtschaften. Die Flugzeugsparte Airbus lieferte im Berichtsjahr 303 (325) Flugzeuge aus und setzte damit 19,5 (20,5) Mrd. Euro um.

Allein bei Airbus sanken Bestellungen um 61 Prozent

Allein bei Airbus sanken die Bestellungen aber um 61 Prozent auf 19,7 Mrd. Euro. Grund sei die schwache Nachfrage nach Zivilflugzeugen und die verzögerte Auftragsbestätigung für den Militärtransporter A400 M. Im Vorjahr hatten 85 Bestellungen für den 2006 auf den Markt kommenden Großraumjet A380 den Auftragseingang angehoben.

Der Auftragsbestand sank vor allem durch Neubewertungen mit dem gesunkenen Dollarkurs auf 168,3 (183,3) Mrd. Euro. Mit Orders von 141 Mrd. Euro ist der Flugzeugbauer Airbus, an dem EADS 80 Prozent und die britische BAE Systems 20 Prozent hält, über die kommenden Jahre ausgelastet.

Die EADS-Aktie verlor am Vormittag in Frankfurt rund drei Prozent auf 9,16 Euro. Die Aktie gilt als Anwärter auf den Frankfurter Börsenindex MDax, der in Zukunft auch ausländischen Unternehmen offen stehen soll. (APA/Reuters)

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