Tausende Südkoreaner demonstrieren gegen Nordkorea

10. Februar 2003, 11:11
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Pjöngjang warnt vor Atomkrieg - Rumsfeld: Nordkorea hat bald Material für acht Atombomben

Seoul/Busan - Tausende Südkoreaner haben bei einer Demonstration in Busan am Sonntag die amerikanische Politik unterstützt und Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms aufgerufen. Ein Gesandter des designierten südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun drängte die USA bei einem Besuch in Washington zu direkten Gesprächen mit Pjöngjang.

"Ich habe in Washington einen Dialog mit Nordkorea ohne Vorbedingungen angemahnt", sagte Chyung Dai Chul nach seiner Rückkehr nach Südkorea am Sonntag. US-Präsident George W. Bush hatte am Freitag klargemacht, dass die USA den Einsatz von Gewalt gegen Nordkorea nicht ausschließen: "Alle Optionen sind auf dem Tisch."

Nordkoreanische Medien warnten daraufhin am Wochenende, ganz Korea werde zu Asche, wenn ein Krieg ausbreche. Südkorea müsse bei der Wahrung des Friedens helfen. "Wenn die US-Imperialisten einen Krieg auslösen, wird er sich schnell zu einem Nuklearkrieg ausweiten, unter dem beide Seiten auf der Halbinsel leiden", hieß es in der staatlichen nordkoreanischen Zeitung "Minju Joson".

Zugleich bekräftigte Nordkorea seine Haltung, dass die Krise nur in direkten Verhandlungen mit den USA gelöst werden könne. Pjöngjang fordert von Washington einen Nichtangriffspakt. Die USA wollen eine Einschaltung des UNO-Sicherheitsrats, der Sanktionen gegen Nordkorea verhängen könnte.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Samstag in München, nach Angaben der meisten Geheimdienste besitze Nordkorea "ein bis zwei Atombomben". Bis Mai oder Juni "könnten sie über ausreichend nukleares Material für weitere sechs bis acht Atomwaffen haben". Er warnte vor der Gefahr, dass die Waffen in die Hände von terroristischen Staaten oder Organisationen gelangen könnten.

Indessen laufen die Vorbereitungen für den Geburtstag des nordkoreanischen Präsidenten auf Hochtouren. Kim Jong Il wird am 16. Februar 61 Jahre alt. Beobachter erwarten, dass bei den Ehrungen und Paraden der Konflikt mit den USA eine wichtige Rolle spielen wird. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete am Sonntag, in vierzig Ländern würden von Verehrern Kims Feierlichkeiten vorbereitet. In Nordkorea sei ein Schlittschuhlauf-Festival geplant, das Volk des stalinistischen Staates werde mit einem zehntägigen Filmfestival beglückt, bei dem unter anderem der Streifen "Unter der Führung des Großen Brillanten Führers" gezeigt wird. In den Medien wird Kims Geburtstag als "der verheißungsvolle Feiertag im Februar" angekündigt. Zahlreiche Militärparaden sollen stattfinden.

Japan bereitet sich auf einen möglichen Raketenbeschuss durch Nordkorea vor. Wie die Zeitung "Yomiuri Shimbun" am Sonntag berichtete, hat das Verteidigungsministerium in Tokio entsprechende Pläne aktualisiert. Demgemäß will die Regierung mit Hilfe von US-Satelliten nordkoreanische Abschussrampen beobachten. Im Fall von erhöhter Aktivität an den Basen werde Pjöngjang zum Innehalten aufgefordert und die eigene Bevölkerung gleichzeitig vor einem Beschuss gewarnt. Bei einem möglichen Einschlag werde das Militär die Rettungskräfte unterstützen. Sollte noch ein zweiter Abschuss drohen, werde das Militär zur Landesverteidigung eingesetzt, hieß es. (APA/AP)

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