"Es ist Konsumation einer Ware"

23. April 2008, 23:10
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Diskussion im Club 2: Warum nehmen Männer die Dienste der Sexarbeiterinnen in Anspruch?

Wien - Wie bereits bei der Fußball-WM in Deutschland 2006 wird auch für die EURO 08 in Österreich und der Schweiz ein Anstieg der Prostitution erwartet. Warum nehmen Männer die Dienste der Sexarbeiterinnen in Anspruch? "Es ist die Konsumation einer Ware, es ist ein Vorgang, als ob man sich schnäuzen würde", so ein Freier, der anonym bleiben möchte, in der nächsten Ausgabe des "CLUB 2" heute um 23.00 Uhr in ORF 2 zum Thema "Zwangsprostitution und Frauenhandel: Was tun?"

Diskutierende

Unter der Leitung von Corinna Milborn, die selbst erst kürzlich das Buch "Ware Frau" zum Thema veröffentlicht hat, diskutieren u. a. Lea Ackermann, Verein zur Betreuung von Frauen in Not SOLWODI (Deutschland), Eva Kaufmann, LEFÖ, Beratungsstelle für Migrantinnen (Österreich), Joana Reiterer, Schauspielerin und Filmemacherin vom Verein Exit, und Gerhard Joszt, Büro Organisierte Kriminalität - Taskforce Menschendhandel.

Männliche Macht ausleben

In der Live-Diskussion wird das aufgezeichnete Interview mit dem Freier zugespielt. Frauen als Ware: "Man kann machen, was man will". "Der Antrieb ist sicher der, eine männliche Macht auszuleben und in dem Moment, wo ich für eine Ware bezahlt habe, darüber zu verfügen", so der Freier auf die Frage, warum Männer zu Prostituierten gehen, was den Kick ausmache. "Es geht in jedem Fall um Macht. Und auch darum, dass man im allgemeinen Scheu hat, eine Frau anzusprechen. In diesem Fall ist man sicher, dass man durch die Entrichtung eines Entgelts eine halbe Stunde machen kann, was man will."

Zu allen Groß-Events, wie etwa internationale Messen, werden Sex-Arbeiterinnen organisiert ins Land gebracht. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Frauen, die gegen ihren Willen und oft mit Gewalt zur Prostitution gezwungen werden. In der Schweiz haben verschiedene Organisationen die Kampagne "EURO 08 gegen Frauenhandel" gestartet, in Niederösterreich berief Landesrätin Johanna Mikl-Leitner einen Round-Table dazu ein, die Grünen Kärntens sammeln Unterschriften und die Stadt Salzburg verstärkt die Beratungstätigkeit für ausstiegswillige Prostituierte. Im "CLUB 2" geht es u. a. um folgende Fragen: Wie funktioniert der Handel mit Sexsklavinnen? Wie kann er bekämpft werden? Wie kann man den Opfern beim Ausstieg helfen? Und warum nehmen so viele Männer die Dienste der Sexarbeiterinnen in Anspruch? (red)

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