Endlich "Hardfacts" für exzellente Forscherinnen

16. April 2008, 13:16
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Wirtschaftsministerium ruft "Laura Bassi-Zentren" ins Leben - Ziel ist mehr anwendungsorientierte Forschung "unter maßgeblicher Beteiligung von Frauen"

Wien - Auf eine neue Strategie in Sachen Frauenförderung in wissenschaftlichen Spitzenpositionen setzt ein Impulsprogramm des Wirtschaftsministerium. Staatssekretärin Christine Marek präsentierte am Montag das Konzept der "Laura Bassi Centers of Expertise" in einer Pressekonferenz: In sechs neuen, vom Wirtschaftsministerium mit insgesamt 13,5 Mio. Euro geförderten "Laura Bassi-Zentren" soll möglichst unter Leitung und maßgeblicher Beteiligung von Frauen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft geforscht werden.

Sichtbare Frauenkarrieren

Angesichts des geringen Frauenanteils in Wissenschaft und Forschung in Österreich - in der Unternehmensforschung sind es etwa nur zehn Prozent - bestehe "Handlungsbedarf", sagte Marek. Es gehe darum, die Karrierechancen von Frauen zu verbessern und diese im Forschungsbereich auch sichtbarer zu machen. "Das macht anderen Frauen Mut, sich auch für diesen Karriereweg zu entscheiden", so Marek.

Das neue "Laura-Bassi-Programm" schaffe erstmals "Hardfacts für Frauen", während viele Fördermaßnahmen bisher auf "Softfacts", wie etwa die Unterstützung von Netzwerken, etc. abgezielt hätten, meinte Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die die Initiative im Rahmen des Programms "w-fForte" (Wirtschaft - Frauen in Forschung und Technologie) abwickelt.

Zweistufiges Auswahlverfahren

Einzigartig sei das zweistufige Auswahlverfahren, bei dem neben der wissenschaftlichen Qualität der Anträge auch Softskills der BewerberInnen wie Management- oder Teamfähigkeit bewertet würden. Solche Softskills seien bisher zu wenig beachtet worden, weshalb sich Marek und Egerth sicher sind, dass sich bei der - grundsätzlich auch für Männer offenen Ausschreibung - vor allem Frauen durchsetzen werden.

Bisher gebe es bereits 45 Interessentinnen für die Zentren. "Dieses große Interesse bestätigt uns, wir konnten mit dem Programm offensichtlich viele Hindernisse aus dem Weg räumen", sagte Marek. Die Ausschreibung für die neuen Zentren startet am 29. April. Ein BewerberInnenkonsortium muss aus mindestens einem wissenschaftlichen Partner (Universität, Fachhochschul, außeruniversitäre Einrichtung) und mindestens einem Unternehmenspartner bestehen.

Einmalige Ausschreibung

Thematisch liegt der Schwerpunkt im Bereich angewandte Forschung in Naturwissenschaften und Technik. Gefördert wird ein "Laura-Bassi-Zentrum" maximal sieben Jahre (mit einer Zwischenevaluierung) mit bis zu 320.000 Euro durch den Bund. Die Bundesförderung beträgt dabei maximal 60 Prozent, der Förderungsanteil aus der Wirtschaft sollte mindestens 35 Prozent, jener des Forschungspartners fünf Prozent betragen - was in Summe rund 500.000 Euro Budget pro Zentrum ausmacht.

Die Zentren sollen nur einmal ausgeschrieben werden. "Wir können die bestehenden Defizite nicht mit einem Programm beheben", so Egerth. Deshalb soll die Initiative parallel evaluiert werden und die Erfahrungen sollen in anderen Programmen ihren Niederschlag finden. (APA)

 

 

Informationsveranstaltung zur Ausschreibung der "Laura Bassi Centres of Expertise" am 29. April 2008,

11.00 bis 17.30 Uhr
in der FFG, 9.,
Sensengasse 1;

Link

www.w-fforte.at

 

  • Schaffen "Hardfacts" für Forscherinnen: Christine Marek (l.) und Henrietta Egerth (r.)
    foto: ffg/herbst
    Schaffen "Hardfacts" für Forscherinnen: Christine Marek (l.) und Henrietta Egerth (r.)
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