Misswahlen im Parlament?

9. April 2008, 07:00
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Silvio Berlusconi erntet für seine Äußerung "Unsere Frauen sind schöner als die der Linken" Entrüstung und Sexismus-Vorwürfe - Wir kontern mit einer Zitrone

Silvio Berlusconi, der konservative italienische Oppositionsführer, hat am Dienstag mit seinem Sager "Die Linke hat keinen Geschmack, nicht mal bei Frauen" für Aufregung gesorgt. Die Kandidatinnen seines Bündnisses "Volk der Freiheit" seien schöner als die Bewerberinnen der Linken, meinte er ernsthaft.

Mit dieser Äußerung macht sich der Wahlfavorit nicht nur unter den politischen GegnerInnen unbeliebt. Da nützt es auch nichts, wenn er im Nachhinein einzulenken versuchte - "Ich sage das, weil sie im Parlament keine Konkurrenz haben werden" - und den Frauen für den Fall eines Siegs bei der Wahl am Sonntag und Montag ein Drittel der Kabinettsposten versprach.

Die politische Konkurrenz machte dem Medien-Unternehmer prompt Sexismus-Vorwürfe. "Die Kandidatur für das Parlament ist etwas anderes als die Teilnahme am Miss-Italien-Wettbewerb", kritisierte die Abgeordnete Paola Balducci von der linken "Regenbogen-Allianz". Und ihre Kollegin Silvana Mura von der Partei "Italien der Werte" warf Berlusconi ein rückständiges Frauenbild vor und rief die Italienerinnen auf, dem 71-Jährigen bei der Wahl die Stimme zu verweigern, weil er Frauen nur nach ihrem Aussehen beurteile. Wir schließen uns an und krönen ihn mit einer saftigen Zitrone. (dabu/dieStandard.at 09.04.2008)

  • Wieder ins Sexismus-Fettnäpfchen gestolpert: Silvio Berlusconi
    Wieder ins Sexismus-Fettnäpfchen gestolpert: Silvio Berlusconi
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