Neue Zahlencodes für Wertpapiere

9. Februar 2003, 20:55
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Im April endet die Ära der alten Wertpapier-Kennnummer - "ISIN" kommt

Wien - Nach dem Osterwochenende, am 22. April, müssen sich alle Anleger bei der Administration ihrer Aktien, Anleihen, Fonds und Optionsscheine umstellen: Die Jahrzehnte gewohnte und gut bekannte Wertpapierkennnummer (WKN) weicht dann dem zwölfstelligen ISIN-Code (International Securities Identification Number).

Anders als in Deutschland, das wegen Mangels an verfügbaren WKN nach mehrmaligen Anläufen jetzt zwar auch per 22. April auf ISIN umstellt, eine Weile aber die WKN noch parallel führt, geht Österreich radikal vor. Einige Institute führen die Nummern ja schon eine Zeit lang parallel.

Rund 60.000 österreichische WKN werden laut der dafür zuständigen Kontrollbank ersetzt. Sie ist für das Wechseln und die Koordination der Anbieter verantwortlich. Das Umstellungsprojekt bereitet sie seit nunmehr fast zwölf Jahren vor. Für den Wertpapieran- und -verkauf bedeutet das zunächst vielleicht etwas mehr Nachfragearbeit beim Banken- und Anlageberater oder mehr Zeitaufwand beim Suchen eines Titels auf den Websites der Börsen- und Fondsgesellschaften. Die elektronischen Handelssysteme werden die neuen Nummern via Titelsuche auswerfen. Junge Aktien (Kapitalerhöhungen) werden zunächst einen eigenen Code erhalten und bei der Gleichstellung auch bezüglich ISIN angeglichen.

Unmittelbare Verbilligungen der Transaktionen sind für Anleger (leider) nicht zu erwarten.

Einige Depotinhaber in Österreich sind schon informiert, wie die künftige Kennung bei eventuellem Verkauf oder beim Nachkaufen lautet, andere erhalten die Umstellungsinfo erst zum Quartal. Außer kurzfristig mehr Arbeit in der Abwicklung erwarten die Marktteilnehmer dem Vernehmen nach keine Probleme.

Laut Kontrollbank ist ISIN ein zwölfstelliger alphanumerischer Code, der aus Länderkennung, gefolgt von der ursprünglichen WKN und einer abschließenden Prüfnummer besteht.

Österreich verabschiedet sich damit von einer alten Tradition und ermöglicht damit eine mittelfristig kostengünstigere Abwicklung von Wertpapiergeschäften, die - so der Plan - bald einheitliche, international verwendbare Codes tragen sollen. Die USA und Großbritannien stellen zwar noch nicht auf ISIN um, der Großteil Europas und die meisten Emerging Markets tragen aber bereits diesen Code. (kbau/DER STANDARD Print-Ausgabe, 10.20.2003)

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