Pensionslücken verteuern Kredite

9. Februar 2003, 20:19
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Auch Bonität europäischer Konzerne steht jetzt in Zweifel

Frankfurt - Die gewaltigen Lücken in ihren Pensionskassen bringen nun auch den europäischen Konzernen immer größere Probleme: Die internationale Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat zwölf großen Unternehmen, darunter dem Stahlkonzern ThyssenKrupp und dem Reifenhersteller Michelin, aber auch der Deutschen Post und Rolls-Royce eine mögliche Verschlechterung ihrer Bonitätsbewertung in Aussicht gestellt.

Damit würden sich Kredite für diese Unternehmen wesentlich verteuern, weil sie aufgrund ihrer schlechteren Bewertung höhere Aufschläge zahlen müssen.

Diese Firmen wären die ersten in Europa, die wegen Milliardenlücken in ihren Pensionskassen zusätzliche Probleme bekommen. In den USA, wo den betrieblichen Pensionskassen aufgrund der anhaltenden Aktienbaisse ebenfalls Milliarden fehlen, wurden etwa General Motors und Ford in ihrer Bonität zurückgestuft. Begründet wird dieser Schritt der Ratingagentur damit, dass Pensionslücken - entstanden aus dem Verfall der Aktienkurse - wie Schulden einzustufen seien, weil sie Cash aufsaugen. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 10.2.2003)

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