Integration auf der Ballettbühne

10. Februar 2003, 11:06
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Tanztheater plant Stück für Kinder mit und ohne Behinderung

Linz - Die Linzer Ballettschule Maestro startet ein integratives Tanz-Pilotprojekt. Bei einem zweitägigen Casting am 14. und 15. Februar werden Kinder mit und ohne Behinderung im Alter von acht bis 16 Jahren für eine getanzte Version des Musicals "Der König der Löwen" gesucht.

"Die Kinder sollen vor allem Freude an der Bewegung, am Tanz und der Musik haben", erklärt Iassen Stoyanov, Choreograf und Leiter der Ballettschule. Selbst ein Kind, das im Rollstuhl sitzt, könne eine Rolle übernehmen und bei Begabung eine Tanzausbildung absolvieren.

Die Linzer Initiative steht österreichweit allein auf weiter Flur. Mehrere Tanzschulen bieten zwar Kurse für Menschen mit Behinderungen an, doch ohne integrativen Ansatz. Einzige Ausnahme ist Graz. Hier wurde 1999 ein Pilotprojekt in Kooperation mit einer Tanzschule gestartet. "Das Verhältnis von Menschen mit und Menschen ohne Behinderung ist bei uns eins zu eins", berichtet Roswitha Lienbacher, die Leiterin des Grazer Projektes.

Iassen Stoyanov und sein Team haben schon einige Erfahrungen. Zur Eröffnung der Ballettschule studierten sie eine Choreografie zum Musical "Der Glöckner von Notre Dame" ein. Das hauseigene Ensemble "Ballett Allongé" stand dabei mit der Tanzgruppe aus dem Diakoniewerk Gallneukirchen auf der Bühne. Der Erfolg der Benefizgala war groß, eine neue Aufführung vor dem Linzer Dom ist für 2003 geplant. (sf/DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2003)
www.kinderballett.at

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