Deportation von Kärntner Slowenen in NS-Zeit

9. Februar 2003, 14:36
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"Die Deportation slowenischer Familien aus Kärnten 1942; 12. - 23. Februar, 10 bis 19 Uhr, Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste - ehemaliges Semper-Depot, 6., Wien

Wien - Der Deportation slowenischer Familien aus Kärnten im Jahr 1942 widmet sich nun eine Ausstellung in Wien, die am Mittwoch (12. Februar) im Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste (ehemaliges Semper-Depot) eröffnet wird. Dokumentiert wird dabei die versuchte Ausrottung dieser Volksgruppe - die jedoch durch die Kriegswende 1942/43 mit den ersten entscheidenden Siegen der Alliierten über die deutsche Wehrmacht vereitelt wurde. Ein schwacher Trost für die tausenden Betroffenen. Der härteste Schlag ereilte die Volksgruppe dabei in den Morgenstunden des 14. April 1942, als 1.075 Menschen von Kärnten ins "Altreich" verbracht wurden.

Betroffen macht der folgende Briefwechsel zwischen dem Universitätsprofessor Erwin Aichinger aus St. Jakob im Rosental und Reichsminister Heinrich Himmel. Aichinger wandte sich in einem Schreiben an Himmler mit folgendem Anliegen (Auszug): "Es geht doch nicht an, dass anständige Menschen, die kein Unrecht getan haben, innerhalb weniger Stunden von Haus und Hof vertrieben werden und dass sich SS-Führer und Beamte der Gestapo in ihre Wohnungen setzen und sich ihr Eigentum aneignen. Als Deutscher, der ich immer meinen deutschen Weg gegangen bin, muss ich mich schämen über diese Entgleisungen der SS und kann nur immer wieder sagen, dass dies doch unmöglich mit Ihrer Zustimmung erfolgen konnte."

"Rassisch gemustert"

Zitat aus dem Antwortbrief Himmlers: "Sie können daher beruhigt sein. Von den Slowenen kommen nur die schlechtrassigen zur Aussiedlung, nicht die gutrassigen. Sie werden alle rassisch gemustert."

Begleitet wird die Schau von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, das von einem Gespräch mit Zeitzeugen (13.2.), einer Diskussionsrunde "Zur Lage der österreichischen Volksgruppen" mit Rudi Vouk von der Liga für Menschenrechte und der Grünen Terezija Stoisits (19.2.) über Filmpräsentationen bis zu einer Theateraufführung ("Ruth Klüger: "Weiter leben - eine Jugend", 17.2.) reicht. (APA)

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