USA sagen Teilnahme an humanitärer Irak-Konferenz in Genf ab

9. Februar 2003, 12:32
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Washington bezweifelt Sinn des Treffens

Zürich - Die USA haben ihre Teilnahme an der von der Schweiz geplanten Konferenz über die Auswirkungen eines Irak-Krieges auf die Menschen in der Region abgesagt. Das berichtet die "NZZ am Sonntag". Außenministerin Micheline Calmy-Rey hat für den 15. und 16. Februar fünfzehn internationale Organisationen, wie etwa UNO-Hilfswerke oder das IKRK, sowie Vertreter von 30 Einzelstaaten nach Genf eingeladen.

Bei dieser "humanitären Konferenz" sollen Vorbereitungen für Hilfsmaßnahmen für die vom Krieg betroffenen Menschen und Flüchtlinge in den Nachbarländern des Irak diskutiert werden. Die Zeitung zitiert die Sprecherin des US-Außenministeriums, Amanda Batt, dass die USA nicht teilnehmen wollen. Der Irak wurde zu der Konferenz nicht eingeladen.

Sinnfrage

Die USA bezweifelten den Sinn eines solchen Treffens, zumal sich die UNO-Organisationen schon seit einiger Zeit mit dem Thema befassten, schreibt die "NZZ am Sonntag" weiter. Der amerikanische Botschafter in der Schweiz, Mercer Reynolds, habe Calmy-Rey erklärt, das Hauptanliegen der USA sei die Entwaffnung des irakischen Diktators Saddam Hussein. "Alles, was von diesem Ziel ablenkt, beurteilen wir skeptisch", wird der Botschafter von dem Blatt zitiert. Auch die griechische EU-Ratspräsidentschaft habe zurückhaltend auf eine Einladung nach Genf reagiert und dies mit notwendigen Konsultationen in der EU begründet, so die Zeitung. Deutschland ist als amtierender Vorsitzender des UNO-Sicherheitsrates ebenfalls eingeladen.

Nach Einschätzungen von Experten der Vereinten Nationen werden bei einem Krieg gegen den Irak etwa zehn Millionen Menschen auf dringende Hilfe angewiesen sein. Im Kriegsfall gehen Schätzungen von 500.000 Opfern aus, die auf medizinische Versorgung angewiesen wären. UN-Experten rechnen außerdem mit rund 900.000 Flüchtlingen. (APA/dpa)

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