Slowenien an der Seite Deutschlands

9. Februar 2003, 09:54
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Außenminister Rupel bezweifelt Notwendigkeit, "jetzt noch eine Front zu eröffnen"

Laibach/Wien - Der slowenische Außenminister Dimitrij Rupel teilt in der Irak-Krise die Ansicht seines deutschen Amtskollegen Joschka Fischer. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es international noch viele kritische Punkte und deshalb ist es für Fischer, und auch für mich, fraglich, ob es gerade in diesem Fall und zu diesem Zeitpunkt nötig ist, noch eine Front zu eröffnen", sagte Rupel am Samstag laut einer Meldung der slowenischen Nachrichtenagentur STA gegenüber dem slowenischen Privatfernsehsender POP TV. Slowenien zählt zu den Unterzeichnern der Irak-Solidaritätserklärung von zehn osteuropäischen NATO-Beitrittsstaaten (Vilnius-10-Gruppe) mit den USA.

Rupel nahm am Samstag an der internationalen Sicherheitskonferenz in München teil. Dort hatten sich Fischer und US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Vormittag einen verbalen Schlagabtausch über die Notwendigkeit eines Irak-Krieges geliefert. Während Rumsfeld einen Irak-Krieg mit der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen zu rechtfertigen versuchte, fragte Fischer: "Warum diese Prioritätensetzung jetzt?" Die internationale Gemeinschaft sei nämlich mit ihren Aufgaben in Afghanistan und im Kampf gegen den Terrorismus noch lange nicht fertig.

Unangenehme Konflikte

"In Slowenien bemühen wir uns, Europäer zu sein, aber wir schätzen immer noch unsere amerikanischen Verbündeten", betonte Rupel laut STA in seiner Wortmeldung auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Wenn sich Slowenien der Solidaritätserklärung der V-10 angeschlossen habe, so heiße dies nicht, dass man sich aus dem deutschen oder französischen Freundschaftskreis ausschließe.

Die jüngst zu Tage getretenen Differenzen zwischen EU und NATO sowie dem "alten" und "neuen" Europa seien für Slowenien "unangenehm", rief Rupel zu einer "Überwindung der euro-atlantischen Unterschiede" auf. Die Irak-Krise müsse im Rahmen der UNO gelöst werden. Sollte dies nicht gelingen, wäre nicht nur die Autorität der UNO betroffen, sondern auch die Kohäsion der euro-atlantischen Gemeinschaft. (APA)

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