Türkei will 38.000 US-Soldaten ins Land lassen

9. Februar 2003, 09:49
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Drei Stützpunkte für Angriff vorgesehen - Entscheidung noch nicht gefallen

Ankara - Die Türkei will den USA einem Fernsehbericht zufolge für den Fall eines Irak-Krieges die Stationierung von 38.000 Soldaten erlauben. Dies hätten Ministerpräsident Abdullah Gül und Stabschef General Hilmi Özkök am Samstag vereinbart, meldete der Privatsender NTV. Die Entscheidung müsste noch vom Parlament gebilligt werden, das voraussichtlich am 18. Februar zusammentritt. Am Donnerstag hatten die türkischen Abgeordneten den Ausbau und die Modernisierung amerikanischer Stützpunkte in dem NATO-Land gebilligt.

Eine amtliche Bestätigung für den Fernsehbericht lag zunächst nicht vor. Demnach soll es den USA gestattet sein, irakisches Territorium von drei Luftwaffenstützpunkten im Südkosten der Türkei aus anzugreifen - Diyarbakir, Batman und Incirlik. Von dort könnte der Norden des Irak schnell erreicht werden. Ferner sollen den US-Streitkräften drei weitere Stützpunkte für logistische Zwecke sowie mindestens ein Mittelmeerhafen zur Verfügung stehen.

Washington hatte ursprünglich um die Stationierung von 80.000 Soldaten gebeten. Dem Bericht zufolge einigte sich die türkische Führung jedoch auf eine geringere Zahl angesichts der weit verbreiteten Gegnerschaft gegen einen Irak-Krieg im Land. Die Regierung hat mehrfach betont, die Türkei werde sich an einem solchen Krieg nicht beteiligen, müsse jedoch ihren Bündnisverpflichtungen nachkommen. (APA/AP)

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    Armeelastwagen und Panzer auf dem Weg zur irakischen Grenze.

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