Anschlagswarnstufe "Orange" in den USA

8. Februar 2003, 15:56
28 Postings

Das Risiko terroristischer Anschläge liege in den nächsten Wochen bei "Acht" auf der zehnstufigen Skala - Angeblich Anschlagspläne der Al Kaida auf amerikanische Juden

Washington - Der US-Minister für Heimatschutz, Tom Ridge, hat die Gefahr von Anschlägen auf die USA in den kommenden drei Wochen auf einer Skala von eins bis zehn auf acht eingestuft. Auf eine entsprechende Frage sagte Ridge am Freitagabend dem Fernsehsender ABC: "Wir sind wohl bei acht." Geheimdienstexperten bewerteten das Zusammentreffen verschiedener Informationen als sehr ernst, sagte Ridge. Vergleichbares habe es seit dem 11. September 2001 nicht gegeben, als bei den Flugzeuganschlägen in New York und Washington mehr als 3.000 Menschen getötet wurden. Für die Tat wird die Extremistengruppe El Kaida verantwortlich gemacht.

Ridge sprach einige Stunden nachdem die US-Regierung die Anschlagswarnstufe "Orange", die zweithöchste Stufe auf der fünfstufigen Skala, verhängt hatte. Geheimdienstinformationen deuteten auf ein hohes Risiko von El-Kaida-Anschlägen zum Ende der moslemischen Pilgerzeit hin, die am Sonntag beginnt, hatte US-Justizminister John Ashcroft mitgeteilt. In Gefahr seien insbesondere wenig bewachte Ziele wie Wohnblocks und Bürogebäude. Auch Rabbis und Repräsentanten jüdischer Organisationen sollten sich besonders schützen, sagten Vertreter der Bundespolizei FBI.

"Newsweek"-Bericht beunruhigt den FBI

Das Terrornetzwerk Al Kaida plant nach einem US-Medienbericht offenbar in naher Zukunft Anschläge auf jüdische Organisationen und von Juden betriebene Unternehmen in den USA. Der Geheimdienst habe zahlreiche Botschaften abgefangen, in denen von jüdischen Anschlagszielen die Rede war, berichtete das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" am Samstag auf seiner Website. Agenten der US-Bundespolizei FBI hätten Vertreter der jüdischen Gemeinden im ganzen Land am Freitag aufgefordert, während des Wochenendes besonders wachsam zu sein, hieß es. Die Polizei sei angewiesen worden, Versammlungen und Veranstaltungen von Juden besonders zu schützen. "Wir sind sehr beunruhigt", zitierte "Newsweek" einen FBI-Agenten.

Die Geheimdiensterkenntnisse seien einer der Gründe dafür, dass die Terrorwarnung in den USA am Freitag auf die zweithöchste Stufe erhöht worden war, hieß es in dem Bericht. Besonders fürchte das FBI Anschläge auf von Juden betriebene Hotels. Anschläge könnten sich aber auch gegen Synagogen, jüdische Gemeindezentren, Krankenhäuser und Jugendgruppen richten. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.