Geiselnahme auf Istanbuler Flughafen

8. Februar 2003, 14:21
posten

Türkischer Luftpirat wollte gegen Irak-Krieg der USA protestieren - keine Verletzten

Ankara - Mit einer unblutig beendeten Geiselnahme an Bord eines Flugzeugs auf dem Istanbuler Flughafen hat ein Türke nach eigener Aussage gegen einen Irak-Krieg der USA protestieren wollen. In seiner ersten Vernehmung habe der 28 Jahre alte Ali Ilker Urbak zudem angegeben, durch seine Tat "die Welt" auf sich aufmerksam machen wollen, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi am Samstag unter Berufung auf die Polizei. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, der Geiselnehmer habe während der Tat unter Drogen gestanden.

Urbak hatte am Freitagabend zwei Stewardessen in einem Airbus 310 der Turkish Airlines in seine Gewalt gebracht, nachdem die Maschine in Istanbul gelandet war und die meisten Insassen bereits ausgestiegen waren. Er bedrohte die Geiseln mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels, den er aus Kerzen gebastelt hatte, und forderte, nach Moskau ausgeflogen zu werden.

Eine Spezialeinheit der türkischen Polizei beendete die Geiselnahme nach weniger als einer Stunde ohne Blutvergießen. Die Beamten stürmten das Flugzeug und nahmen Urbak fest, ohne Waffen einzusetzen. Dem Geiselnehmer droht eine Haftstrafe. In ersten Berichten war von einer dritten Geisel die Rede gewesen. Der Vizegouverneur von Istanbul, Saim Eskioglu, korrigierte die Zahl später auf zwei. (APA)

Share if you care.