Post beharrt auf Tariferhöhung

9. Februar 2003, 14:15
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Unternehmen droht mit massive Einschnitten bei Personal und Investitionen

Wien - Die Österreichische Post droht mit massiven Einschnitten bei Personal und Investitionen, sollte die für Mitte dieses Jahres angekündigte Tariferhöhung um bis zu 30 Prozent bei Briefen und Paketen vom Infrastrukturministerium nicht genehmigt werden.

Drohungen

Wenn die Preiskommission des Ministeriums dem Antrag auf Gebührenerhöhung nicht zustimmen sollte, müsse er andere Konsequenzen ziehen, sagte Post-Generaldirektor Anton Wais am Samstag im ORF-Radio. Auf der Kostenseite, so Wais, müssten dann "massive Maßnahmen" gesetzt werden. Sowohl bei den Personalkosten, als auch beim Sachaufwand und bei den Investitionen müssten Einschnitte gemacht werden, warnt der Generaldirektor.

Nach den derzeitigen Plänen will die Post bis zum kommenden Jahr 6.000 Mitarbeiter (gegenüber dem Personalstand von 1999) einsparen.

Kräftige Gebührenerhöhung

In Vorbereitung auf den zunehmenden Konkurrenzdruck und um die Qualität der Dienstleistungen steigeren zu können, hat die Post Ende des Vorjahres außerdem eine kräftige Gebührenerhöhung angekündigt. Nach Vorstellung der Post soll erstmals seit sechs Jahren mit 1. Juni auch das Porto für den Standardbrief (bis 20 Gramm) angehoben werden, nämlich von 51 auf 55 Cent um knapp 8 Prozent. Der Tarif für Inlandsbriefe zwischen 20 und 50 Gramm soll mit 75 Cent sogar um 30 Prozent teurer werden.

Preiskommission

Nächste Woche Donnerstag tagt im Verkehrsministerium die Preiskommission. Verkehrsminister Mathias Reichhold hat bereits angekündigt, einer Erhöhung der Post-Tarife nur zustimmen zu wollen, wenn die Post im Gegenzug ein entsprechendes "Qualitätsprogramm" vorlegt. Post-General Wais erklärte zuletzt, dieses Qualitätsprogramm bereits gestartet zu haben. Details will die Post nächste Woche vorlegen.

Nach Vorstellung des Ministeriums soll vor allem die Briefzustellung beschleunigt werden. Laut Universaldienstverordnung vom Vorjahr muss die Post ab Ende 2004 mindestens 95 Prozent aller Sendungen spätestens einen Tag nach Aufgabe zustellen. Wais betonte am Samstag, man werde "alles tun, um dieses Ziel zu erreichen". (APA)

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