Lange Brautschau der Brauer

7. Februar 2003, 18:50
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BBAG-Chef: "Partner sicher nicht in einem halben Jahr fix"

Wien - Aussagen zu einem potenziellen Partner für den heimischen Bierriesen Brau Beteiligungs AG lässt sich Karl Büche, Vorstandvorsitzender und Angehöriger einer Aktionärfamilie, derzeit nur schwerlich herauslocken. Die BBAG hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, man begebe sich auf Partnersuche - wobei vieles möglich sei, von einer Kooperation bis zu einer Abgabe von 51 Prozent. Die industrielle Führung für Zentraleuropa müsse in Linz bleiben.

"Alle eingeladen"

"Wir haben alle eingeladen", hieß es auch am Freitag bei der Jahrespressekonferenz des Konzerns, konkretes sei von anderen Braukonzernen noch nicht zurückgekommen. Namen nimmt er keine in den Mund, nur müsse der Partner "klimatisch und kulturell zu uns passen". Was dies bedeute? "Echte Mitarbeiterorientierung und die Bedeutung von unterschiedlichen Marken. Ein Einheitsbier passt nicht zu uns." Ob damit der niederländische Einheitsbierriese Heineken als Partner auszuschließen sei, dieser Frage wich Büche aus mit: "Ausgrenzung gibt es nur in der Politik." Jedenfalls werde die Partnersuche nicht in einem halben Jahr abgeschlossen, "tendenziell" aber noch heuer.

Die Situation in Zentraleuropa - die BBAG sieht darin Österreich, die EU-Beitrittskandidaten minus Baltikum plus Balkan - sieht derzeit folgendermaßen aus: South-African-Breweries/Miller hat mit seinen Marken (u. a. Pilsner Urquell) 23 Prozent Marktanteil, die BBAG (Gösser, Kaiser, Zipfer und lokale Marken) 16 Prozent, Heineken 13 Prozent und Interbrew (Stella Artois, Becks) elf Prozent.

Dividende "nicht niedriger"

Die Biersteuern herausgerechnet, stieg der Umsatz 2002 um 2,8 Prozent auf 920 Mio. Euro. Erstmals wurden mehr als 13 Mio. hl Bier abgesetzt (plus ein Prozent). Rückgänge waren bei alkoholfreien Getränken wegen des Hochwassers zu verkraften: Pago musste daher Kosten und Mitarbeiter abbauen. Die Immobilienumsätze sind um zehn Prozent gewachsen. Ertragszahlen werden am 2. Mai genannt, laut Finanzchef Wolfgang Berger-Vogel werde die Dividende "nicht niedriger" werden. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 8.2.2003)

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