Hungerstreik bei Kärntner Minderheitensender Radio dva beendet

7. Februar 2003, 16:13
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Noch kein Termin für Gespräch mit Staatssekretär Morak

Der befristete Hungerstreik, in welchen am Montag die Mitarbeiter des Kärntner Volksgruppensenders Radio dva getreten waren, ist am Freitag zu Ende gegangen. Am Vorabend des slowenischen Kulturfeiertags - der 8. Februar ist der Todestag des Schriftstellers France Preseren - wurde die Protestaktion im Rahmen der Festveranstaltung "Slovenscina v zivo - Slowenisch erleben" beendet.

"Überwältigende Reaktionen"

Der Hungerstreik habe Sinn gemacht, eine breite Öffentlichkeit sei für die Forderung der Volksgruppe, das ganztägige slowenische Radio müsse erhalten bleiben, sensibilisiert worden, hieß es in einer Aussendung. "Die Reaktionen und die große Anzahl von Unterstützungen aus Österreich und aus dem Ausland sind einfach überwältigend, wir können es nicht glauben, dass sich die Bundesregierung einfach darüber hinwegsetzen wird," bewerten die Streikenden ihre Protestaktion. Der öffentliche Druck für eine dauerhafte Absicherung des slowenischen Radios in Kärnten dürfe aber gerade jetzt nicht nachlassen. Die politischen Organisationen der Kärntner Slowenen müssten jetzt noch stärker aktiv werden.

8.600 Unterstützungserklärungen

Als zweckdienlich bewerten die Streikenden die Absprache mit den politischen Zentralorganisationen, die in den zurückliegenden Wochen gesammelten 8.600 Unterstützungserklärungen nun am Mittwoch nächster Woche, am Tag der Ausstellungseröffnung "Die Deportation slowenischer Familien aus Kärnten 1942" in Wien, im Bundeskanzleramt demonstrativ deponieren wollen. Erwartungen setzt man auch in die Gespräche beim Europarat und beim Europäischen Parlament nächste Woche in Straßburg.

Noch kein Termin mit Morak

Der Vorsitzende des Zentralverbandes slowenischer Organisationen und Vorsitzende des Volksgruppenbeirates der Slowenen, Marjan Sturm, erklärte auf Anfrage, dass es für ein Gespräch mit Medienstaatssekretär Franz Morak (V) noch keinen Termin gebe. "Wir haben aus dem Bundeskanzleramt nur erfahren, dass es dieses Gespräch geben soll", sagte Sturm. In dem Gespräch will man die Bundesregierung davon überzeugen, dass für den Weiterbestand der beiden privaten Volksgruppensender Radio dva und Radio Agora die mit 31. Dezember 2002 zu Ende gegangenen Kooperation mit dem ORF unerlässlich sei. (APA)

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