Iranischer Ex-Präsident zieht Saddam einer US-Präsenz im Irak vor

7. Februar 2003, 13:26
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Rafsandjani (Bild) befürchtet Instabilität in der Region - USA gehe es nur um Erdölreserven

Teheran - Eine US-Präsenz in der Golfregion wäre nach Ansicht des früheren iranischen Präsidenten Ali Akbar Hashemi Rafsandjani ein schlimmeres Übel als das Waffenarsenal des irakischen Machthabers Saddam Hussein. Rafsandjani warnte am Freitag in Teheran vor einer für die Region schädlichen politischen Instabilität, sollten die USA dem Irak ein neues politisches System aufzwingen. Rafsandjani sagte, es sei traurig mitanzusehen, wie US- Präsident George W. Bush die ganze Welt mit seinen Ansprachen in Panik versetze. Die Irak-Rede von US-Außenminister Colin Powell habe inhaltlich "nichts Neues" gebracht.

Ungeachtet der Kritik an den USA erneuerte der Ex-Präsident die iranische Zustimmung zu den Entwaffnungsplänen der Vereinten Nationen für den Irak. Der Iran wisse aus eigener Erfahrung, dass Saddam Hussein internationale Vereinbarungen ignoriere, betonte Rafsandjani in Bezug auf den Krieg zwischen beiden Nachbarn von 1980 bis 1988. Die USA hätten jedoch kein Recht, den Irakern ihre politische Zukunft vorzuschreiben. Es gehe den Amerikanern ohnehin hauptsächlich darum, die großen Erdölreserven des Irak für sich zu sichern.(APA/dpa)

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