Lernen von Geburt an

7. Februar 2003, 14:17
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Fremdsprachen wollen früh gehört werden - und Papis Vorlesen hilft Kindern

Berlin/Oxford - Fremdsprachen erlernen sich am besten von Geburt an. Dies ist das Ergebnis einer am Freitag von der Berliner Charite veröffentlichten Studie, die ein Wissenschaftsteam der Universitätsklinik zusammen mit Mailänder Forschern verwirklichte. Demnach ist es am besten, wenn ein Kind sofort nach der Geburt auch ständig die zweite Sprache hört.

Zwar ist eine Fremdsprache der Studie zufolge auch noch als Erwachsener gut zu lernen. Um aber das gleiche Ergebnis wie bei den "Frühstartern" zu erzielen, müssen die "Spätlerner" beim Sprechen vor allem für die Grammatik ihr Hirn deutlich mehr aktivieren. "Damit ist die früheste Kindheit das günstigste Alter zum Erlernen einer zweiten Sprache", konstatieren die Forscher.

Wenn Papi liest ...

Papas Gute-Nacht-Geschichte ist eine tolle Lernhilfe: Einer britischen Langzeitstudie zufolge hilft das abendliche Erzählen oder Vorlesen den Kindern dabei, später einen guten Schulabschluss zu machen. Wie die Psychologin Eirine Flouri von der Universität Oxford am Freitag berichtete, waren an der Studie 17.000 Kinder beteiligt.

Mädchen und Buben , die von ihren Vätern regelmäßig etwas vorgelesen bekommen hatten, erzielten demnach "deutlich" bessere Schulabschlüsse. Ob die Eltern geschieden waren, fiel dabei nicht ins Gewicht, solange der Vater in regelmäßigem Kontakt mit seinen Kindern stand.

Natürlich könne die Geschichte auch von der Mutter vorgelesen werden, betonte Flouri: "In dieser Studie haben wir uns allerdings nur mit den Vätern beschäftigt, was vorher noch nie so der Fall gewesen ist." Warum das Vorlesen oder gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern sich so positiv auswirkt, hat die Forscherin nicht untersucht. (APA/dpa)

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