Global 2000 warnt vor Umweltkatastrophe bei Irak-Krieg

7. Februar 2003, 12:24
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Furcht vor brennenden Ölquellen und radioaktiver Munition - "Klare Positionierung" von Schüssel gefordert

Wien - Die Umweltschutzorganisation Global 2000 befürchtet für den Fall eines Irak-Krieges eine Umweltkatastrophe. Ein weiterer Golfkrieg würde nicht nur zu "unermesslichem menschlichen Leid" führen, sondern auch die "Lebensgrundlagen künftiger Generationen" zerstören, heißt es in einer Aussendung von Global 2000 am Freitag (heute) in Wien. Im ersten Golfkrieg (1991) hätten brennende Ölquellen und 35 bis 150 Millionen Barrel (ein Barrel = 159 Liter) ausgeflossenes Öl eine "ökologische Katastrophe" ausgelöst, die auch Kuwait, den Iran, die Türkei, Saudiarabien und Jordanien betroffen habe.

Außerdem seien 350 Tonnen panzerbrechender radioaktiver Geschosse ("Depleted Uranium"-Munition) eingesetzt worden, heißt es in der Aussendung weiter. Nach einer Berechnung der britischen Atomenergiebehörde können 40 Tonnen zurückgelassener Munition dieser Art bis zu 500.000 Krebsopfer in der Region fordern.

"Energiewende" gefordert

Es dürfe "kein Krieg um Öl geführt werden", schreibt Global 2000 weiter. "Das Bizarre an diesem Krieg wäre, dass er vor allem deshalb geführt wurde, damit die Industriestaaten ihre klima- und umweltzerstörerische Energiepolitik weiterführen können." Stattdessen müsse aber eine "Energiewende" weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energieträgern erreicht werden. "Auch deshalb engagieren wir uns gegen den drohenden Krieg", rief die Umweltorganisation zur Teilnahme an der Friedensdemonstration am 15. Februar in Wien auf.

Von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) forderte Global 2000 "eine klare Positionierung" gegen den Irak-Krieg und eine "aktive Friedenspolitik". Die österreichische Regieurng müsse sich für die Einhaltung internationalen Rechts einsetzen, das nach Ansicht von Global 2000 durch die Kriegsdrohung der USA und Großbritanniens gegen den Irak verletzt werde.(APA)

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