"Botox" - ein Gift gegen Falten

7. Februar 2003, 11:54
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Falten werden lahm gelegt - die Substanz blockiert die Übertragung von Nervenimpulsen zu den Muskeln

Hamburg - Das unter dem Präparatnamen "Botox" in der Schönheitsbranche bekannte Botulinumtoxin ist ein starkes Nervengift.

Es wird von dem weltweit verbreiteten Bodenbakterium Clostridia botulinum produziert und ist verantwortlich für eine häufig tödlich verlaufende Lebensmittelvergiftung.

In stark verdünnter Form findet das Gift in der Medizin als Medikament bei Überaktivität der Muskeln Anwendung. Derzeit boomt allerdings ein anderes Einsatzfeld: Frauen und Männer lassen sich den Stoff als Anti-Falten-Mittel ins Gesicht, besonders in die Augenpartie, in Stirn und Mundbereich, spritzen.

Nervensystem wird lahm gelegt

Eine solche ärztliche Gesichtsbehandlung gegen Zornesfalten und Krähenfüße kostet je nach Anbieter 300 bis 500 Euro. Sie legt die Falten - je nach Patient - drei bis sieben Monate lahm.

Nach Schätzungen ließen sich US-Amerikaner 2001 - damals noch unter der Hand - 1,6 Millionen Dosen Botox gegen Alters-Fältchen spritzen. Im April 2002 gab die US-Gesundheitsbehörde Botulinumtoxin auf Drängen des kalifornischen Herstellers Allergan Inc. auch für die kosmetische Behandlung frei.

Die Substanz blockiert die Übertragung von Nervenimpulsen zu den Muskeln. Im Gesicht lösen sich so Verspannungen, Falten glätten sich. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie warnt dabei vor falsch gesetzten Injektionen oder einer zu hohen Dosis: Folgen seien über Monate bleibende Hängelider, Triefaugen, eine starre Mimik oder ein schiefer Mund. Einige Ärzte lehnen die Behandlung am Mund ab, da Botox das Lächeln zu stark verändere. (APA/dpa)

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