Angst vor dem Dunkel?

10. Februar 2003, 13:00
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Bei Kindern ist möglicherweise eine Nachtblindheit im Spiel - das Problem wird jedoch oft nicht erkannt

London - Angst im Dunkeln kann bei Kindern pathologische Ursachen haben. Schottische Augenheilkundler beschreiben in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" zwei Fälle von Kleinkindern, deren Angst bei Dunkelheit auf Nachtblindheit zurückging. Beide Kinder zeigten die gleichen Symptome: Sie hatten Angst im Dunkeln, konnten sich nachts nur mit Problemen fortbewegen und bestanden darauf, dass schon frühzeitig bei Dämmerung die Vorhänge zugezogen wurden.

Da betroffene Kleinkinder ihre Symptome nur eingeschränkt verbal ausdrücken können und meist bei Tageslicht keine Sehschwierigkeiten haben, wird das Problem oft nicht erkannt. Die Autoren empfehlen zur Diagnose der angeborenen Nachtblindheit, sorgfältig die Symptome der Kinder zu erfragen und sich vor allem nach Sehproblemen bei anderen Familienangehörigen zu erkundigen. Zudem raten sie zu einer gründlichen Augenuntersuchung samt Elektrotretinographie.

Bei diagnostizierter Nachtblindheit können dem Bericht zufolge schon einfache Mittel die Probleme mildern, etwa das Installieren einer helleren Lichtquelle im Schlafzimmer. Nachtblindheit kann verschiedene Ursachen haben. Generell ist dabei die Anpassungsfähigkeit des Auges an geringe Helligkeit vermindert. (APA/AP)

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    bild: derstandard.at
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