Rumsfeld: "Diplomatische Bemühungen gescheitert"

7. Februar 2003, 15:11
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US-Verteidigungsminister warnt Hussein vor Einsatz von Chemiewaffen gegen die US-Streitkräfte

Rom/München - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Irak-Krise für gescheitert erklärt. die internationale Gemeinschaft habe in dne vergangen zwölf Jahren "enorme Anstrengungen" unternommen, doch "die diplomatischen Bemühungen sind gescheitert", sagte Rumsfeld am Freitag nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in Rom. Er warnte zudem den irakischen Präsidenten Saddam Hussein und dessen Armeeoffiziere davor, Chemiewaffen gegen die US-Streitkräfte einzusetzen. "Falls sie chemische Waffen einsetzen, werden sie das bereuen", sagte Rumsfeld.#

"Nicht-Handeln könnte noch verheerender sein als Handeln", sagte Rumsfeld nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA weiter. Die internationale Diskussion über einen Irak-Krieg sei zu begrüßen, "aber die Welt muss wissen, dass die Waffen, die Saddam Hussein besitzt, viel gefährlicher als konventionelle Waffen sind und hunderttausende Männer, Frauen und Kinder umbringen könnten".

Rumsfeld warnt vor "verheerenden Auswirkungen" für die ganze Welt

"Die internationale Gemeinschaft muss etwas tun, um dieses Risiko zu verhindern", betonte Rumsfeld. Man habe es bei dem Irak mit einem "diktatorischen Regime" zu tun, das bereits zwei Nachbarstaaten angegriffen habe und Massenvernichtungswaffen einsetzen könnte, die "verheerende Auswirkungen für die ganze Welt" haben könnten. Nach den Terroranschlägen des 11. September, die 3.000 Menschenleben gekostet hätten, seien die USA verpflichtet, solche Tragödien zu verhindern. "Wir stehen biologischen Waffen gegenüber, die 30.000 oder 300.000 Opfer verursachen könnten", sagte Rumsfeld.

Er warnte den Irak vor dem Einsatz chemischer Waffen. Bagdad würde dies "bereuen", sagte Rumsfeld. Den US-Druck in der Frage der Entwaffnung des Irak rechtfertigte der US-Verteidigungsminister damit, dass der Irak "jede Woche und jeden Monat, der vergeht" die Entwicklung von nuklearen, chemischen und biologischen Waffen weiter vorantreibe, womit auch die Möglichkeit wachse, dass es diese Waffen "über Terrornetze einsetzen wird".

Treffen mit Sergej Iwanow in München geplant

Unterdessen wurde bekannt, dass Rumsfeld am Freitagabend in München mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow zusammentreffen will. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kommen beide am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zusammen. Moskau lehnt die von US-Präsident Bush geforderte zweite UNO-Resolution zum Irak ebenso wie eine gewaltsame Entwaffnung des Irak ab.(APA/dpa/ANSA)

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    US-Verteidigungsminister Rumsfeld zu Gast in Rom beim italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

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