Selbstbehalte: Familienverband strikt gegen ÖVP-Plan

7. Februar 2003, 11:16
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Fenz: Selbstbehalte kosten langfristig viel mehr als sie bringen

Wien - Der Katholische Familienverband (KFÖ) spricht sich strikt gegen die Plan der ÖVP aus, generelle 20-prozentige Selbstbehalte für Arztbesuche einzuführen. Solche Selbstbehalten würden langfristig wesentlich mehr kosten als sie bringen, meinte KFÖ-Präsident Johannes Fenz am Freitag. Sozial schwache, armutsgefährdete und kinderreiche Familien würden wahrscheinlich noch seltener zum Arzt gehen, was längerfristig die Gesundheitskosten enorm verteuern würde.

Fenz verweist auf das Beispiel des Mutter-Kind-Passes: "Wir wissen aus der Vergangenheit, dass die Untersuchungsdisziplin beim Mutter-Kind-Pass entscheidend nachlässt, wenn es dafür kein Geld gibt." Wenn es offensichtlich finanzielle Anreize brauche, damit kostenlose Vorsorgeuntersuchungen überhaupt in Anspruch genommen werden, sie die Einführung von Selbstbehalten "absolut kontraproduktiv".

Familien stärker betroffen

Außerdem spreche auch gegen Selbstbehalte, dass sie Familien "ungleich härter treffen als Single-Haushalte", je nach Zahl der Familienmitglieder. Fenz: "Es geht nicht an, dass sich Familien drei Mal überlegen müssen, ob sie sich den Arztbesuch leisten können oder nicht."

Für den KFÖ steht die kostenlose Gesundheitsversorgung für Familienmitglieder so lange nicht zur Disposition, als die Leistungen der einzelnen Kassen nicht vereinheitlicht und die längst versprochenen grundsätzlichen Reformen nicht durchgeführt sind. (APA)

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