Langzeitmessung des Blutdrucks von innen

7. Februar 2003, 12:15
posten

Minisonde soll in zwei Jahren marktreif sein

Aachen - Aachener Wissenschafter haben eine Minisonde entwickelt, die eine Langzeitmessung des Blutdrucks bei Hochdruck-Patienten ermöglichen soll. Die zwei Millimeter kleine Sonde erfasse Druck- und Temperaturwerte direkt in der Blutbahn und funke sie an eine Lesestation, die der Patient am Körper trage, teilte die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen am Freitag mit. Dadurch werde die Diagnose und Therapieüberwachung entscheidend verbessert. Die Sonde soll in zwei Jahren marktreif sein.

Die Sonde besteht aus einem Mikrochip in einer Silikonkapsel. Über eine Punktion am Gesäß wird sie mit einem Katheter zu einer Arterienverzweigung knapp unter der Haut geschleust und ausgesetzt. Dort soll sie mit drei Haltebeinchen hängen bleiben. Der Mikrochip funkt zehn Mal pro Sekunde die aktuellen Temperatur- und Blutdruckwerte an die Lesestation. Die Energie bezieht die Sonde über eine winzige Antenne aus den elektromagnetischen Wellen des Lesegerätes. Nach der Messung bleibt sie im Körper.

"Problempatienten" als Zielgruppe

Die gespeicherten Daten kann der Arzt später auf einen Computer kopieren und auswerten. Aus den Messungen könne er auch die Herzfrequenz ablesen und mögliche Herzrhythmusstörungen feststellen, sagte der Mediziner Professor Thomas Schmitz-Rhode vom Universitätsklinikum Aachen, der die Sonde mitentwickelt hat. Zielgruppe seien vor allem "Problempatienten" mit extrem hohem und schwer zu behandelndem Blutdruck. Die Langzeitmessung von bis zu einem halben Jahr könne die bisherige 24-Stunden-Messung mit einer Manschette ersetzen.

Allerdings bereitet die Reichweite der Funkkapsel den Forschern derzeit noch Probleme. Mit nur drei Zentimetern ist sie zu kurz. Die Forscher denken jedoch, dass sich die Reichweite auf acht Zentimeter steigern lässt. (APA/dpa)

Share if you care.