London: Hohe Erlöse bei Auktionen von Gegenwartskunst

7. Februar 2003, 07:35
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Gefragt: Werke von Gerhard Richter und Jeff Koons

London - Ein Bild des deutschen Künstlers Gerhard Richter (70) ist am Donnerstagabend in London für 2,3 Millionen Euro versteigert worden. Zu dem Käufer konnte eine Sprecherin des Auktionshauses Sotheby's zunächst keine Angaben machen. Das großformatige Ölgemälde "Wolken" zeigt einen realistischen Blick in den Himmel und ist datiert von 1970.

Richter en vogue

Beim Konkurrenten Christie's war am Mittwoch ein anderes Bild von Richter, "Villa", für 591.783 Euro versteigert worden. Richter, ein gebürtiger Dresdner, gilt als einer der bedeutendsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Er begann als Propagandamaler für DDR-Spruchbänder, provozierte dann im Westen mit satirischen Bildern des "Kapitalistischen Realismus" und erzielt heute die höchsten Auktionspreise für deutsche Gegenwartskunst.

Leicht einordnen lässt er sich nicht: Sein facettenreiches Lebenswerk umfasst scheinbar realistische Gemälde nach vorgefundenen Fotografien ebenso wie minimalistische Farbtafeln nach Industrie-Normtabellen oder grob grau-weiß gerasterte "Stadtbilder" aus der Vogelperspektive. Seit den späten 70er Jahren entstehen auch große abstrakte Bildflächen. Richter, der 23 Jahre als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie wirkte, hat sein Atelier in Köln. Weltrekord für Koons

Ein Gemälde des amerikanischen Pop-Künstlers Jeff Koons hat am Mittwochabend bei einer Versteigerung in London einen neuen Höchstpreis erzielt. Das 1995-97 entstandene Werk "Cracked Egg" (Geplatzes Ei) wurde für umgerechnet 458.815 Euro verkauft, was einen Weltrekord für Koons bedeutet, teilte das Auktionshaus Christie's mit.

Zu den weiteren Höhepunkten der Versteigerung gehörten Bilder von Andy Warhol ("Skull") für 1,838 Millionen Euro und von Eva Hesse (1936-1970) für 242.742 Euro. Für ein Gemälde der in Hamburg geborenen Künstlerin, die vor den Nazis in die USA flüchtete, war dies ebenfalls ein neuer Rekord. Francis Bacons "Study for a Portrait" (Studie für ein Porträt) brachte 841.098 Euro ein, Cy Twomblys "Roman Notes" (Römische Notizen) 591.783 Euro. (APA/dpa)

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