Westerwelle nennt Rumsfeld-Äußerungen "nicht akzeptabel"

7. Februar 2003, 06:47
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Kritik auch aus CDU und SPD - Rumsfeld Richtung Deutschland unterwegs

Hamburg/Berlin/Washington - FDP-Chef Guido Westerwelle hat die Aussage von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Deutschland wolle den USA ebenso wie Lybien und Kuba in der Irak-Krise nicht helfen, als "nicht akzeptabel" zurück gewiesen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Volker Rühe (CDU), sagte laut dem selben Artikel in der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe): "Die Bundesregierung macht zwar eine falsche Politik, aber dies ist nicht hilfreich." Auch der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Reinhold Robbe (SPD), äußerte sich dem Bericht zufolge kritisch: "Rumsfeld sollte wissen, dass er es mit einem der wichtigsten Bündnispartner der USA zu tun hat."

Rumsfeld reist zu Konferenz nach München

Inmitten teils von ihm selbst ausgelöster neuer deutsch-amerikanischer Spannungen ist Rumsfeld am Donnerstag von Washington aus zur Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz aufgebrochen. Auf dem Weg nach Deutschland macht Rumsfeld am Freitag zunächst in Italien Zwischenstation, wo er mit seinem Amtskollegen Antonio Martino sowie mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi zusammentreffen soll.

Bei der Sicherheitskonferenz in München am Wochenende soll Rumsfeld mit dem deutschen Verteidigungsminister Peter Struck zusammentreffen. Es ist geplant, dass beide Politiker zu einem Vier-Augen-Gespräch am Rande zusammenkommen.

Rumsfeld hatte schon vergangenes Jahr eine Eiszeit zwischen Deutschland und den USA eingeläutet, als er nach angeblich anti-amerikanische Äußerungen im deutschen Wahlkampf im vergangenen September das Verhältnis der beiden Länder als "vergiftet" bezeichnet hatte, eine Wortwahl derer sich damals auch US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice bedient hatte. (APA)

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