HipHop-Community zum Boykott von Pepsi aufgerufen

6. Februar 2003, 21:28
posten

Wegen Absetzung eines Werbespots mit dem Rapper Ludacris

Einer der Begründer der Rapmusik in den USA, Russell Simmons, hat alle HipHop-Musiker und Fans zu einem Boykott von Pepsi-Produkten aufgerufen. Er wolle damit gegen die Absetzung eines Pepsi-Werbespots mit dem Rapper Ludacris protestieren, dessen Texte der Getränkehersteller als zu vulgär bewertet habe, teilte Simmons am Mittwoch in New York mit. Er verlangte eine öffentliche Entschuldigung für die Absetzung des Clips. Simmons gilt seit 20 Jahren als einer der Wegbereiter des Raps in den USA.

"Kampagne für Respekt"

Er forderte von Pepsi eine erneute Ausstrahlung des Werbespots und eine Zahlung von fünf Millionen Dollar (rund 4,6 Millionen Euro) an die Ludacris-Stiftung zur Unterstützung junger Menschen. Offiziell soll die Boykott-Aktion mit dem Namen "Kampagne für Respekt" kommende Woche starten. Eine Pepsi-Sprecherin wollte sich nicht zu den Forderungen äußern, bezeichnete die Situation aber als bedauerlich für alle Beteiligten.

"Sittenlos"

Am Beginn des Streits stand vor einigen Monaten der Kommentar eines konservativen Journalisten. Dieser hatte Pepsi wegen des Ludacris-Spots als "sittenlos" kritisiert und zu einem Boykott aufgerufen. Der Konzern zog den Clip daraufhin unter Hinweis auf Kundenproteste zurück. Simmons Ärger entzündete sich kürzlich daran, dass Pepsi während des Football-Endspiels Super Bowl einen Spot mit dem Rockmusiker Ozzy Osbourne ausstrahlte. Auch Osbourne ist für unflätige Sprache bekannt. Simmons warf Pepsi daraufhin vor, mit zweierlei Maß zu messen.

Simmons ist der Gründer des Plattenlabels Def Jam Records, das zu Vivendi Universal gehört. Bei Def Jam Records ist auch Ludacris unter Vertrag. PepsiCo Inc produziert nicht nur die bekannte Cola-Marke, sondern auch Fruchtsäfte und Snacks. (APA/Reuters)

Share if you care.