"Keine kreative Leistung Krawinas"

6. Februar 2003, 22:50
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Hundertwasserhaus: Hoher Schaden durch gerichtliche Verfügung - Der Entwurfsprozess in einer Ansichtssache

Wien - Aufgrund einer einstweiligen Verfügung des Obersten Gerichtshofes dürfen, wie DER STANDARD berichtete, in Hundertwassers Kunsthaus derzeit keine Produkte mit Abbildungen des Hundert-wasserhauses verkauft werden. Denn der Architekt Josef Krawina, von dem die Grundidee für den Gemeindebau stammen soll, wurde bisher nicht als Miturheber genannt.

Der Schaden für den Museumsbetreiber und den Verlag Gruener Janura, der die Hundestwasser-Postkarten und -Bücher herausbringt, werde, so deren Anwalt Georg Zanger, binnen eines Jahres auf sieben Millionen Euro anwachsen. Eine Einigung zu erzielen sei aber nahezu unmöglich. Weil der Kläger zu hohe Forderungen stelle. Dieser ist aber nicht Krawina, sondern der Medienvertrieb von Harald Böhm, der zusammen mit seinem Vater Karl den Maler jahrelang gerichtlich verfolgt habe, obwohl sie durch Postkarten mit dem Hundertwasserhaus hohe Profite gemacht hätten.

Zanger kann die Verfügung nicht verstehen. Denn es liege auf der Hand, dass Krawina keine kreative Leistung erbracht habe: Von Hundertwasser stamme der allererste Entwurf (eine Modell aus 50 Zündholzschachteln - siehe in einer Ansichtssache), und Krawina habe in einem Interview eingestanden, dass von dem ursprünglichen Projekt nichts mehr blieb - abgesehen von Hundertwassers "potemkinscher Fassade".
(DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2003)

Von Thomas Trenkler

Nachlese

Das Hundertwasser- Krawina-Haus
Knalleffekt: Der Architekt Josef Krawina gilt nun als Miturheber des kunterbunten Gemeindebaus

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